Benedikt: Leeres Grab ist wichtig

Es war neu in der Kirchengeschichte, als mit Benedikt XVI. erstmals ein Papst ein primär wissenschaftliches Buch über „Jesus von Nazareth“ schrieb. Vor zehn Jahren erschien der erste von insgesamt drei Bänden unter diesem Titel. Als Autor werden Joseph Ratzinger und Benedikt XVI., der am Ostersonntag 90 Jahre alt wird, gleichermaßen genannt.

Vatikan/Marktl. Jesu Tod und seine Auferstehung sind der Dreh- und Angelpunkt des christlichen Glaubens. Für Gegner des Chrisentums sind das „leere Grab“ und die Auferstehung Jesu seit jeher aber beliebte Angriffspunkte. Vor dem Hintergrund dieser geistigen Konfliktgeschichten widmet sich der frühere Papst zuerst der Frage nach dem leeren Grab. Sie ist für ihn – entgegen der Meinung vieler heutiger Theologen – nicht „unerheblich“, sondern wesentlich für den christlichen Auferstehungsglauben, denn: „Natürlich kann das leere Grab als solches kein Beweis für die Auferstehung sein. (...) Aber es gibt die umgekehrte Frage: Ist die Auferstehung mit dem Verbleiben des Leichnams im Grab vereinbar? Kann Jesus auferstanden sein, wenn er im Grab liegt? Welche Auferstehung ist das dann?“


In dieser Frage schließt sich Benedikt XVI. eindeutig jenen Theologen an, die feststellen, „dass im Jerusalem von damals die Verkündigung der Auferstehung unmöglich gewesen wäre, wenn man auf den im Grab liegenden Leichnam hätte verweisen können“. Von daher sei das leere Grab eine „notwendige Bedingung‘“ für den Auferstehungsglauben, „der sich ja gerade auf den Leib und durch ihn auf die Person in ihrer Ganzheit bezieht“. „Jesu Auferstehung war der Ausbruch in eine ganz neue Art des Lebens, in ein Leben, das nicht mehr dem Gesetz des Stirb und Werde unterworfen ist, sondern jenseits davon steht – ein Leben, das eine neue Dimension des Menschseins eröffnet hat. In Jesu Auferstehung ist eine neue Möglichkeit des Menschseins erreicht, die alle angeht und Zukunft, eine neue Art von Zukunft, für die Menschen eröffnet.“


Museum öffnet wieder


Das Geburtshaus des emeritierten Papstes in Marktl am Inn öffnet pünktlich zum Geburtstag am Ostersonntag wieder seine Tore. Gezeigt wird u.a. eine Sonderausstellung mit dem Titel „Noch nicht im vollen Licht“, in der die Worte von Joseph Ratzinger zu Geburt und Taufe behandelt werden. kap

 

Bildtext: em. Papst Benedikt ist seit seiner Rückzugsankündigung am 11. Februar 2013 nicht mehr oft in der Öffentlichkeit zu sehen. Am Gottesdienst zur Heiligsprechung von Papst Johannes XXIII. und Papst Johannes Paul II. am 27. April 2014 nahm er teil. Foto: KNA