Bildung: Bischöfe fordern Korrektur

Bildung. Die katholische Kirche warnt vor der Ökonomisierung der Bildung. Die Bischöfe sprechen sich für die Möglichkeit konfessionell-kooperativer Formen des Religionsunterrichts und für eine bessere Verankerung des Ethikunterrichts aus.

Wien. Die katholische Kirche unterstützt in weiten Teilen die aktuelle Bildungsreform, mahnt aber gleichzeitig einige wichtige Änderungen ein. Das geht aus der Stellungnahme der Bischofskonferenz hervor. So kritisieren die Bischöfe die geplante Verlagerung der Entscheidung über den Ethikunterricht in die Schulautonomie als „nicht akzeptabel“. Gleichzeitig werden klare Regelungen gefordert, die den Religionsunterricht weiterhin als Freigegenstand für Kinder ohne Bekenntnis bzw. in einer konfessionell-kooperativen Form ermöglichen.

In ihrer Stellungnahme betonen die Bischöfe, dass der Erfolg der Bildungsreform daran zu bemessen sei, inwieweit damit die gesetzlichen Erziehungsziele auch tatsächlich erreicht werden. So sei das mit der Reform bezweckte Ziel, die Qualität des österreichischen Bildungswesens zu erhalten und zu steigern, zwar wichtig, aber die intendierte Messbarkeit von Bildung könne nur partiell den gesamten Bildungsauftrag erfassen. Konkret verweisen die Bischöfe auf die „Entwicklung der sozialen, musisch-kreativen oder religiös-ethisch-philosophischen Kompetenz, welche durch Klassen- und Schulgemeinschaft gefördert werden muss“. Dieser nicht messbare Bereich von Bildung, der etwa mit dem Begriff des „Schulklimas“ im Gesetzesentwurf angesprochen werde, „darf im Sinne eines humanistischen Bildungsideals nicht verloren gehen, damit die österreichische Schule sich nicht ausschließlich einer Ökonomisierung von Bildung verschreibt.“

Unmittelbar als Schulerhalter betroffen ist die Kirche im Zusammenhang bei der künftigen Bildung von Schulclustern. So sei rechtlich sicherzustellen, dass auch die Kirchen und Religionsgemeinschaften im künftigen „Schulcluster-Beirat“ so wie auch andere wichtige regionale Bildungspartner vertreten sein sollen. Überdies sollte klar festgehalten werden, dass auch die Schulerhalter konfessioneller Privatschulen entscheiden können, Cluster aus Privatschulen zu bilden.  kap

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