Blick auf die Zukunft richten

Hilfe. Seit Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges ist der Flüchtlingsdienst der Jesuiten  (JRS) im Einsatz.  In Damaskus, Homs und Aleppo sind Feldküchen in Betrieb. So erhalten die Menschen wenigstens einmal am Tag eine warme Mahlzeit. Die Jesuiten sind auch im Nachbarland Libanon präsent.

Damaskus/Beirut. „Wir sind nicht weggelaufen. Das war eine Botschaft der Hoffnung. Jetzt kommen die ersten Menschen auch zurück in die zerstörten Stadtviertel“, sagt Magdi Seif SJ, der JRS Projektleiter in Homs. Ein anderer Jesuit, Frans van der Lugt SJ, ist ebenfalls geblieben. Er hat diese mutige Entscheidung mit dem Leben bezahlt. 

Hoffnung für Frauen und Kinder  

Seit 2011 ist das Nachbarland Libanon einer der ersten Zufluchtsorte für Menschen auf der Flucht vor dem Krieg in Syrien. Beinahe zwei Millionen – mehr als 70 Prozent davon Frauen und Kinder – haben im Zedernstaat Unterschlupf gefunden: In Zeltcamps in der Bekaa-Ebene und in Kellerzimmern in Städten wie Jbeil, Beirut und Baalbek. Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten arbeitet in einer immer gespannter werdenden Situation. Dabei steht die Weiterbildung von Frauen im Vordergrund. Allein dass sie ihre häuslichen Probleme in einem geschützten Raum besprechen können, ist schon eine Hilfe. Dazu kommen Sprach-, Computer-, Näh- und Friseurkurse – alles weist in Richtung einer größeren Eigenständigkeit.  Die ist dringend notwendig wie die Frauen selbst bestätigen: „Das Geld geht uns aus, wir können uns das Zimmer nicht mehr leisten. Wir machen Schulden, damit wir hier noch überleben können.“

Für mehr als 3.000 Kinder und Jugendliche ermöglicht der JRS Unterricht: vom Kindergarten bis zur 6. Schulstufe. „Ich habe noch nie so viel Freude gesehen wie in den Augen dieser Schulkinder in einfachsten Klassenzimmern“, erklärt P. Hans Tschiggerl SJ, Jesuitenmission, nach einem Besuch vor Ort. „Der Schulhof bedeutet für sie Freiheit und Entfaltungsmöglichkeit. Alle diese Kinder haben Gewalt an sich selbst erlebt oder gesehen, wie anderen unmenschliche Gewalt angetan wurde.“ Die Unterstützung der JRS-Projekte mache Sinn. „Die Weiterbildung der Frauen und die Schulbildung der Kinder in dieser gespannten Fluchtsituation im Libanon eröffnet ihnen realistische Hoffnungsszenarien“, betont Tschiggerl.

Dem aktuellen Rupertusblatt liegt ein Spenden-Zahlschein der Jesuiten bei.

Foto (JRS): Die Schuljause ist für die Kinder in der JRS-Schule in Bar Elias im Libanon die einzige sichere Mahlzeit am Tag.