Blick hinaus

Weltkirche. Seit der Salzburger Erzbischof Adalram Anfang des 9. Jahrhunderts in Nitra die erste Kirche auf dem Gebiet der heutigen Slowakei weihte, gibt es eine Beziehung zwischen Salzburg und Nitra. Nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ kam es wieder zu einem stärkeren Austausch. Vor kurzem besuchte Erzbischof Franz Lackner die Slowakei.

 

 

Žilina/Nitra. Mit der Neuordnung der Diözesen in der Slowakei wurde 2008, größtenteils aus dem Gebiet der Diözese Nitra, die Diözese Žilina gegründet. Beide Diözesen, Nitra und Žilina, waren nun das Ziel der Reise einer Salzburger Delegation. „Es ging darum, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue zu knüpfen, sowie Erfahrungen auszutauschen. Wir überlegten gemeinsam, wo und wie wir uns gegenseitig unterstützen und was wir auch voneinander lernen können“, berichtet Markus Roßkopf vom Referat für Weltkirche. Er begleitete den Erzbischof gemeinsam mit Bischofsvikar Martin Walchhofer, Ladislav Kuckovský, Pfarrprovisor von Seeham und Chaffeur Josef Gappmaier. 

In Žilina, im nordwestlichen Teil der Slowakei begrüßte Bischof Tomáš Galis die Gruppe und zeigte ihnen die nächsten Tage seine Diözese. Der erste Programmpunkt war die Hochschulpastoral. Mitten auf dem Universitätscampus hat die Diözese ein Haus renoviert. Heute gehen hier Kurse für die Studierenden über die Bühne. Der Sonntagsgottesdienst wurde in Solinky gefeiert, einer jungen und sehr lebendigen Pfarrgemeinde in einer Plattenbausiedlung. „Beeindruckend war die Teilnahme vieler Kinder und jungen Familien an dieser Eucharistiefeier“, erzählt Roßkopf. Am Nachmittag stand der Besuch der Marienwallfahrtskirche in Turzovka-Živcáková auf dem Programm. Živcáková ist ein beliebter und wachsender Wallfahrtsort auf einem Berg mitten im Wald. 

Angebote für Familien

Einen Gottesdienst in ihrer Sprache erlebten Erzbischof Lackner und seine Begleiter im Gymnasium des hl. Franziskus. Weltkirche-Referent Roßkopf erklärt: „Da Deutsch unterrichtet wird, war auch die Messe auf Deutsch. Nach einem Frühstück mit der Direktorin und Schülerinnen und Schülern machten wir uns auf ins Haus der Familien in Rodinkovo. Die Diözese hat dieses Gebäude erst vor wenigen Jahren erworben, es wird gut angenommen. Ein Team organisiert Angebote zur Ehevorbereitung, für Mütter und Töchter und für Geschiedene.“ 

In Nitra empfingen Bischof Viliam Judák und das Domkapitel die Gäste aus der Erzdiözese Salzburg. Nach einem gemeinsamen Abendessen und Gesprächen ging es noch zu nächtlicher Stunde in die Kathedrale von Nitra. In diesem Gotteshaus ist der im vergangenen Jahr verstorbene Kardinal Ján Chryzos-tom Korec begraben. Er wurde mit 27 Jahren im Geheimen zum Bischof geweiht, war jahrelang im Gefängnis und arbeitete in Fabriken. Von 1990 bis 2005 stand er der Diözese Nitra vor.  

Hochfest Epiphanie mit Gedenken an Nuntius Farhat

Begegnungen und das Voneinanderlernen prägen die wiederbelebten Beziehungen zu den Diözesen in der Slowakei. Seit fast 50 Jahren schon hat Salzburg mit Bokungu-Ikela (Dem.

Rep. Kongo), San Ignacio de Velasco (Bolivien) und Daegu (Südkorea) drei Fenster in die Weltkirche, die traditionell am 6. Jänner im Mittelpunkt stehen. Heuer feiert der Erzbischof von Daegu, Thaddeus Cho Hwan-kil, mit Erzbischof Franz Lackner um 10.00 Uhr den  Gottesdienst im Dom zu Salzburg. 

Am Hochfest Epiphanie mit seinem starkem weltkirchlichem Schwerpunkt wird heuer auch dem verstorbenen Erzbischof Dr. Edmond Farhat gedacht. Der Titularbischof von Byblos war von 2005 bis 2009 Apostolischer Nuntius und Doyen des Diplomatischen Corps in Österreich. Der in Ain Kfaa im Libanon Geborene ist am 17. Dezember im Alter von 83 Jahren in Rom verstorben.

Foto (Roßkopf): Der Bischof von Žilina, Tomáš Galis (2. v. l.), begrüßte Erzbischof Franz Lackner, Markus Roßkopf (l.), Bischofsvikar Martin Walchhofer und Pfarrer Ladislav Kučkovský in seiner Diözese.