Damit mehr Junge für Pflege brennen

Caritas-Schulen  gehen neue Wege: Ausbildung zur Pflegeassistenz schon ab 14 Jahren, Vorbereitungslehrgänge und kostenlose Ausbildung an der SOB.

Salzburg. „Altenarbeit und Pflege sind voll meins. Das habe ich während der Praktika gemerkt“, sprüht Miriam Kendlbacher nur so von positiver Energie. Sie freue sich schon auf ihren Berufseinstieg und möchte gerne in einem Seniorenheim arbeiten. Noch besucht die 19-Jährige die Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe (SOB) im Salzburger Stadtteil Aigen und bekommt hier das notwendige Rüstzeug für ihren Traumberuf. Damit sich künftig noch mehr junge Leute in Richtung Pflege orientieren, gehen die beide Caritas-Schulen in Salzburg neue Wege: Ausbildung zur Pflegeassistenz schon ab 14 Jahren, Vorbereitungslehrgänge und kostenlose Ausbildung an der SOB.

Dass die Gesellschaft in Zukunft ganz viele junge Leute wie die gebürtige Osttirolerin Miriam Kendlbacher braucht, weiß Caritas-Direktor Johannes Dines. „Die Pflege ist eine der großen Herausforderungen. Wir müssen Lösungen finden, um die Betreuung von alten und kranken Menschen auch in Zukunft zu sichern.“ Die Caritas-Schulen tragen das ihre dazu bei und gestalten den Zugang zu Pflegeberufen noch attraktiver und einfacher: So ist die Ausbildung am Standort in Salzburg-Aigen bald kostenlos. Über das neue Gratis-Ausbildungsangebot soll Nachwuchs für die Langzeitpflegekräfte kommen. Noch müssen die Schülerinnen und Schüler 1.100 Euro aufbringen, ab dem nächsten Schuljahr übernimmt das Land Salzburg die Kosten. „Mit der Übernahme des Schulgeldes durch das Gesundheitsressort fällt für junge Menschen eine oftmals entscheidende Hürde weg, diese Ausbildung zu ergreifen“, unterstreicht Direktor Franz Promberger, der noch auf weitere Neuerungen an seiner Schule verweist: „Ab dem neuen Schuljahr ist es möglich, die Pfle-
geassistenz in einem Jahr und den/die Fachsozialbetreuer/in Altenarbeit in zwei, statt bislang drei Jahren abzuschließen. Ebenfalls neu an der SOB ist die Zusatzausbildung Demenzbegleitung.“ 

Pflegekarriere ab 14 Jahren

Am anderen Standort, der Schule für Wirtschaft und Soziales (SWS), können ab Herbst schon Vierzehnjährige ihre Laufbahn zur Pflegeassistenz beginnen. Die Bündelung der Angebote der beiden Caritas-Schulen macht es möglich. Helmut Bitschnau, Direktor der SWS: „Damit geht die Caritas Salzburg einen bedeutenden Schritt in Richtung Zukunft in der Pflege.“ 

Der erste Teil der Ausbildung erfolgt in der Fachschule in Salzburg-Herrnau. Nach drei Jahren können die Schülerinnen und Schüler direkt in die SOB-Schule wechseln. Hier folgt in einem Jahr die Pflegeassistenz-Ausbildung. „Wir möchten jungen Menschen damit den Weg ebnen, rasch in den Beruf einzusteigen“, erklärt Caritas-Direktor Dines, dem es nicht reicht immer vom Pflegenotstand zu reden und zu jammern: „Wir haben da Bilder aufgebaut, die uns nicht weiterbringen. Jammern bringt nichts, wir müssen die Herausforderung annehmen: Dazu braucht es Geld und Menschen die für andere dasein möchten. Das heißt, wir müssen ein Umfeld schaffen, damit sich mehr junge Leute für einen Pflegeberuf entscheiden. Die Arbeit mit alten Menschen ist hoch sinnerfüllend – das gilt es zu vermitteln.“ Dem schließt sich Schuldirektor Bitschnau an: „Der Pflegeberuf ist abwechslungsreich und bietet Perspektiven.“ 

Wer sich weiterqualifizieren möchte, dem stehen zum Beispiel mit den Fachgebieten Familien-, Behinderten- oder Altenarbeit verschiedene Varianten offen. Aber auch der Ausbau der Pflegeassistenz zur Pflegefachassistenz ist möglich oder nach Ablegen der Berufsreifeprüfung ein Studium des Gesundheits- und Pflegemanagements an einer Fachhochschule. 

Gute Jobaussichten

Rund 400 junge Leute werden an beiden Caritas-Schulen unterrichtet. Die meisten Absolventinnen und Absolventen haben sofort ein Jobangebot etwa in der Hauskrankenpflege, in Seniorenheimen oder in Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen. 

Wenn übrigens die Noten für die Aufnahme an einer der Schule nicht reichen: SWS und SOB  bieten ab Herbst 2019 niederschwellige Vorbereitungskurse an. In den einjährigen Startklassen können sich am Pflegeberuf Interessierte auf die Ausbildung vorbereiten.

Hintergrund

∗ Rund 1,4 Millionen Menschen in Österreich sind derzeit unmittelbar vom Thema Pflege betroffen; das heißt, sie sind pflegebedürftig oder in die Betreuung einer pflegebedürftigen Person involviert.

∗ Mehr als 450.000 Personen bekommen in Österreich Pflegegeld. Im Jahr 2050 steigt diese Zahl laut Wifo-Schätzung auf 750.000 Menschen an. Die Steigerung hängt in erster Linie mit der demographischen Entwicklung zusammen.


Die Schulen der Caritas Salzburg 

Caritas-Schule für Wirtschaft und Soziales (SWS): Der Standort in der Salzburger Eduard-Heinrich-Straße bietet Jugendlichen ab 14 Jahren zukunftsweisende Ausbildungsmöglichkeiten an. Zur Auswahl stehen die dreijährige Fachschule für Sozialberufe und die fünfjährige Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe. Neu ist ab Herbst 2019 die einjährige Startklasse für Schülerinnen und Schüler, die die Aufnahmekriterien für die Fachschule noch nicht erfüllen.

Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe (SOB):  Am Standort in der Salzburger Schießstandstraße können sich Jugendliche ab 17 Jahren und Berufstätige ab 19 Jahren  zum/zur Pflegeassistent/in, zum/zur Fach- oder DiplomsozialbetreuerIn ausbilden lassen. Die SchülerInnen haben die Wahl zwischen den Schwerpunkten Familienarbeit, Altenarbeit und Behindertenarbeit. Dazu kommt ein einjähriger Vorbereitungslehrgang ab 16 Jahren. Seit 2015 bietet die SOB auch ein Kolleg für Sozialpädagogik für Berufstätige ab 19 Jahren an.

Info-Tag an der SOB am Freitag, 22. Februar, 9 bis 16 Uhr. 

Weitere Infos: www.caritas.schule und www.sob-caritas.at

Foto1: Praxis im Unterricht und ganz viele Einsatzstunden in den künftigen „Einsatzfeldern“ wie Altenheimen, Behinderteneinrichtungen, Krabbelgruppen oder in der Kinder- und Jugendarbeit prägen die Ausbildung an den Caritas-Schulen. „Dass wir überall hineinschnuppern können ist echt super“, freut sich Dajana Kurtic.

Foto2: „Pflegeberufe sind attraktiv“, sind sich Schülerinnen und Direktoren einig. Im Bild: Helmut Bitschnau (Direktor SWS), Franz Promberger (Direktor SOB und Johannes Dines (Direktor Caritas Salzburg) sowie SOB-Schülerinnen Miriam Kendlbacher, Dajana Kurtic und Hannah Haitzmann. 

Foto1: RB/Caritas/ wildbild

Foto2: RB/ibu

 

 

 

 

Caritas Schule für Sozialbetreuungsberufe, Pflege, Ausbildung, Unterricht, Schüler, Bildung, Salzburg, 20160629, (c)wildbild