Das ganze Land liest

Die Bibliotheken in der Erzdiözese laden zum  großen Lesefestival ein. So wie in ganz Österreich wird noch  bis 22. Oktober unter dem bewährten Motto „Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek“ wieder das Lesen gefeiert. 

 

 

Salzburg/Tirol. Lesen ist ja so leise und still. Doch Bibliotheken sind anders: Sie sind offen für Neugierige, für Krabbel-, Kindergarten- und Schulkinder, für Eltern mit Babys, für Seniorinnen und Senioren. Sie sind Treffpunkte und Informations-Drehscheiben im Ort, fungieren als Literatur-Nahversorger und sind für viele der „dritte Ort“ neben Arbeitsplatz und dem heimischen Wohnzimmer. In Abersee gibt es kein Café. Wer sich in Abersee treffen will, genießt die Angebote der öffentlichen Bücherei der Pfarre: Hier kann man dann bei der Buchausstellung schmökern, alte Bekannte treffen, übers Lesen und das Leben an sich plaudern.

„Bibliotheken haben ihre Angebote stetig erweitert, wer sie nutzt, weiß um ihr großes Angebot. Professionalität und Ehrenamt sind kein Widerspruch, wir weisen aber auch darauf hin, dass Ehrenamt wohl schon seine Grenzen hat!“, so der Tenor der Bibliothekarinnen in der Erzdiözese Salzburg. Monika Aistleitner, Vorsitzende des Bibliothekarsverbandes Salzburg sowie ihre Tiroler Kollegin, Carina Pichler, wissen um die Bedeutung der Ausbildung: „Die dreiwöchige Ausbildung mit ihren Selbstlernphasen, dem Projekt, der Projektdokumentation und der abschließenden Prüfung ist zeitintensiv. Jedes Projekt bringt die Bibliothek in ihrer Entwicklung weiter.“

Das tut sich in der Erzdiözese

 In der Woche „Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek“, dem größten Literaturfestival Österreichs, präsentieren sich Bibliotheken in all ihrer Vielfalt. Was sich alleine in den kommenden Tagen in den Bibliotheken der Erzdiözese tut, zeigt die folgende Auswahl. Lesenächte, Vorlesestunden, Library-Slams und „Bücher fahren Zug“-Initiativen in der S-Bahn zeigen, wie viele Angebote eine öffentliche Bücherei eigentlich hat: Medien, Veranstaltungen, Leseförderung und Literaturvermittlung – etwa in der Bücherei Tamsweg beim Tamsweger Babybrunch am 21. Oktober um 9.30 Uhr. 

Je früher Kinder zu Büchern kommen, desto unbefangener ist ihr Zugang zum Buch und zur Bibliothek: Hemmschwellen wirken lange nach, das wissen die Bibliothekarinnen. „Viele holen sich die Bücher aus der Büchertankstelle, kommen aber nicht zu uns, da haben wir noch viel Arbeit vor uns, niederschwellig zu sein“, wissen die Fachfrauen und -männer. Doch wenn in St. Michael im Lungau der Film  „Das war unsere Zeit“ am 21. Oktober um 9.00 Uhr präsentiert wird, zeigt das einmal mehr die Vielfalt der Veranstaltungen und die punktgenaue Abstimmung auf die Bedürfnisse und Wünsche der Zielgruppen. 

Originell und nachhaltig

Die Öffentliche Bibliothek der Pfarre und Gemeinde Mattsee lädt am Freitag, 20. Oktober um 19.30 Uhr zur Veranstaltung „Schloss- und Schlüsselgeheimnisse“ mit Paul Lechner, auch hier steht die Bezogenheit zu den Leserinnen und Lesern im Fokus. 

„Blind dates“ gibt es in Elixhausen, „Die Bibliothek Elixhausen“ feiert im November ihr 20-Jahr-Jubiläum. Wie zahlreiche andere steht ihr Team für Kompetenz, Nachhaltigkeit und Innovationen. Büchereien entwickeln sich, Bibliothekarinnen und Bibliothekare bauen, präsentieren und vermitteln professionell ihre Medienbestände. Jetzt braucht es nur noch das sichere finanzielle Engagement der Träger, der Pfarren wie Gemeinden, dieses Zentrum für Information, Bildung und Unterhaltung weiter zu entwickeln. Förderungen der öffentlichen Hand sind an die Erfüllung österreichweiter Richtlinien gebunden: Qualität ist gesichert, Engagement der Ehrenamtlichen vorhanden. „Ich bin da.für“, so das Motto der heurigen Pfarrgemeinderatswahl und einer der zentralen Einrichtungen jeder Pfarre: Die Bibliothek – ein Ort, ein Treffpunkt und Medien in Fülle für alle.

Fotos (Christina Repolust): Kompetente MitarbeiterInnen wie Annemarie Dihlmann aus der Bibliothek Kössen sind der große Schatz der Bibliotheken in der Erzdiözese.

Bibliotheken wie in Lamprechtshausen bieten Lesestoff und Medien für Jung und Alt. Sie sind aber auch Orte Zum-Leute-Treffen. Hier lässt es sich gut über das Lesen und das Leben plaudern.