… das Gute behaltet!

Der Großgmainer Pfarrer Virgil Zach will eine Neugestaltung des Marienheilgartens.

Großmain. „Prüft alles und das Gute behaltet.“ Unter dieser Vorgabe steht derzeit der Marienheilgarten in der Pfarre Großgmain auf dem Prüfstand. Der Grund: Pfarrer Virgil Zach befürchtet darin einen „Hort der Esoterik und des Neuheidentums“ in seiner Pfarre.

„Unserer Lieben Frau Himmelfahrt“ ist die Pfarr- und Wallfahrtskirche in der Flachgauer Pfarre geweiht. Die aus dem Jahr 1395 stammende „Schöne Madonna“ – Maria mit dem Jesuskind – ist seit Jahrhunderten Ziel unzähliger Pilger aus nah und fern. Seit dem 15. Jahrhundert wird die Madonna aus Großgmain als wundertätig verehrt. Zwei Wundertafeln in der Marienkirche aus dem Jahr 1513 erzählen von den Gebetserhörungen durch die Fürsprache Mariens. Zur Förderung der Wallfahrt zu „Unserer Lieben Frau auf der Gmain“ initierte der damalige Pfarrer Herbert Schmatzberger eine Marienbruderschaft, die  2017 mit neuen Statuten wiederbelebt wurde.

Ebenfalls auf die Initiative von Pfarrer Schmatzberger, der mittlerweile in Pension ist, entstand ab dem Jahr 2001 der Marienheilgarten, mittlerweile ein viel besuchter Anziehungspunkt vor allem auch für junge Menschen. In seinem Zentrum steht inmitten eines großen Kreises aus Heilkräutern und Blumen eine Statute der „Sophia-Maria“. Diese hat als Grundlage die Sophienlehre in der Orthodoxen Kirche, nach der Sophia, die Heilige Weisheit, sich in Maria als Mensch inkarniert habe, so wie der göttliche Logos in Christus zum Menschen geworden ist. Die Inspiration dazu habe er von dem katholischen Theologen und Jesuiten Thomas Schipflinger übernommen, sagt Schmatzberger. 

Vorwürfe, im Marienheilgarten würden „vorchristliche Bräuche, Numerologie und Astrologie“ gepflogen, weist Schmatzberger zurück. „Gott hat die Welt nach Maß und Zahl erschaffen, und diese Aussage der Bibel soll sich auch im Mariengarten wiederspiegeln.“ Der Garten ist urbiblisch und theologisch fundiert, ist Schmatzberger überzeugt. Er legt Wert auf die Feststellung, dass Rituale und heilige Zeremonien im Marienheilgarten ausschließlich im Rahmen von kirchlichen Feiern und Festen stattfinden.

Virgil Zach, der seit 2017 Pfarrer in Groß-gmain ist, bemüht sich um die Klärung von Fragen rund um den Marienheilgarten, die bereits früher an die Diözesanleitung herangetragen wurden. Mittlerweile sei auch einiges auf einem guten Weg. Erzbischof Franz Lackner: „Die Marienbruderschaft wurde vom neuen Pfarrer und seinem Team kontaktiert um ein gutes Miteinander und gute Zusammenarbeit sicherzustellen. Sie ist im Sinne der neuen Statuten im besten Sinn des Wortes katholisch und befindet sich in ihrer pastoralen Ausrichtung in der Mitte der Kirche. Es gab im rechtlichen Bereich Unklarheiten, die aber in der Zwischenzeit durch die Initiative des neuen Seelsorgers auf vertraglich sicheren Boden gestellt werden konnten“, merkt der Erzbischof an. 

Katholische Spiritualität

Nun werden die Vorwürfe rund um den Marienheilgarten geprüft. Denn: „Es gibt in der Gemeinde Großgmain, auch im unmittelbar pfarrlichen Bereich seit Jahren Tendenzen denen man esoterische Züge nicht absprechen kann; der so genannte ,Marienheilgarten‘ ist offensichtlich auch ein Ort wo manches auf diese Tendenz hinweist“, sagt der Erzbischof. Unter dem neuen Pfarrer und seinem Team werde nun versucht, katholisches Glaubensgut und katholische Spiritualität von esoterischen Praktiken und Vorstellungen zu befreien um synkretistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Dabei vertraue er auf Pfarrer Zach, einen fundiert gebildeten Theologen. 

Diese Entwicklungen seien auch schon von seinen Vorgängern mit Sorge beobachtet worden. Frühere Versuche, im Zusammenwirken mit dem damaligen Seelsorger, dem entgegenzuwirken waren leider nicht erfolgreich, so der Erzbischof. roi

 

Foto: Pfarrer Virgil Zach will eine Neugestaltung des Marienheilgartens, damit bei allen künstlerischen Objekten die christliche Botschaft wirklich transparent wird.

Foto: RB/Robert Ratzer