Das Richtige tun

Schöpfung. Die Worte des Papstes zu ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit in „Laudato si“ sollten nicht nur gelesen, sondern auch konkret in die Tat umgesetzt werden. Das fordert der austrobrasilianische Altbischof Erwin Kräutler zum Beginn der Schöpfungszeit.

 

 

Wien. „Laudato si“ solle nicht nur irgendein Büchlein sein, „das im Regal liegt“, sondern gerade im bedrohten Amazonien für Impulse zum Schutz der indigenen Bevölkerung und der Natur sorgen, betonte der frühere Bischof der Diözese Altamira am Xingu. Kräutler ist gerade in Österreich und spricht unter anderem bei der Wiener Maria-Namen-Feier im Stephansdom. 

An die brasilianische Regierung und namentlich an Präsident Michel Temer richteten Kräutler wie auch die katholische Kirche Brasiliens schwerwiegende Vorwürfe: Vor kurzem beschloss Temer, das Amazonasschutzgebiet Renca aufzulösen und für Bergbaufirmen freizugeben. Die Konsequenzen für die betroffenen Region seien irreversibel; Flora und Fauna würden auf „Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte, geschädigt“. Die Kirche habe die Aufgabe zu sagen: „So geht das nicht, im Namen Gottes, im Namen des Schöpfers, der uns diese Welt geschaffen hat, in der wir leben, können wir einfach nicht Ja und Amen sagen zu dem, was irgendwo ein Präsident sogar gegen die Verfassung entscheidet.“ Das Renca-Gebiet ist so groß wie Dänemark und Heimat zahlreicher indigener Gemeinschaften. 

kap

Foto (ibu): „Wir sind verantwortlich für kommende Generationen“, betont der austrobrasilianische Altbischof Erwin Kräutler.