„Der Glaube möchte geteilt werden“

Aus Partnerschaft ist Freundschaft geworden. Das betonte Erzbischof Franz Lackner zum Hochfest „Erscheinung des Herrn“ im Dom. Den Festgottesdienst feierte Lackner gemeinsam mit Erzbischof Cho Hwan-Kil aus Daegu. Mit der südkoreanischen Erzdiözese ist die Salzburg seit bald fünf Jahrzehnten eng verbunden. 

Salzburg. „Salzburg ist immer ein wenig Heimat für euch“, so Erzbischof Lackner an die südkoreanischen Gäste. Erzbischof Cho Hwan-Kil hatte sich rund um Dreikönig, dem Tag der Diözesanpartnerschaft, in St. Virgil mit den Priestern aus seiner Diözese getroffen, die in Europa studieren oder pastoralen Dienst tun. Der Salzburg-Aufenthalt wurde zudem genutzt, um auf die Partnerschaft zwischen Daegu und Salzburg zu schauen und Weichen für die Zukunft zu stellen. Für Markus Roßkopf, Referent für Weltkirche in der Erzdiözese, stellte die Begegnung mit dem „Partnerbischof“ und den koreanischen Priestern eine Möglichkeit dar, bereits bestehende Kontakte zu vertiefen. Daegu und die beiden weiteren Partnerdiözesen seien Fenster, „durch die wir auf andere Kontinente blicken – das ist für das Selbstverständnis von uns Christinnen und Christen sehr wertvoll“. Es gehe aber nicht nur um Kontakte nach außen, sondern ganz wesentlich um die Frage, „was diese Beziehungen, und diese Erfahrungen mit unserer Kirche machen, mit uns machen, ob und wie wir bereit sind, uns auf Augenhöhe zu begegnen und voneinander lernen“, erklärte Roßkopf. 

Erzbischof Lackner betonte, er schätze die Kirche in Südkorea besonders aufgrund ihrer Lebendigkeit. Noch als Weihbischof in Graz-Seckau – die steirische Diözese hat mit Masan ebenfalls eine koreanische Partnerdiözese – hatte Lackner Land und Leute kennen gelernt. „So viele junge Priester zu sehen ist etwas Ermutigendes, ein wahrer Schatz für unsere Kirche. Für uns ist es wichtig zu erfahren, wie der Glaube in Südkorea wächst.“

Drei offene Fenster in die Weltkirche 

Daegu ist eine von drei Partnerdiözesen. Salzburg hat auf ihrer Diözesansynode 1968 beschlossen, mit  Bokungu-Ikela in der Dem. Rep. Kongo, San Ignacio de Velasco in Bolivien und Daegu in Südkorea zusammenzuarbeiten. Diese Partnerschaften seien sichtbares Zeichen für das Bemühen der Erzdiözese, Weltkirche zu leben, erklärte Lackner, denn: „Der Glaube möchte geteilt werden.“ 

Gegenseitige Besuche haben in den vergangenen Jahrzehnten die freundschaftlichen Bande gestärkt. Diese Tradition möchte Erzbischof Lackner fortsetzen und sprach an Erzbischof Cho Hwan-Kil eine Einladung für 2018 aus – dann gehe der Zukunftsprozess der Erzdiözese Salzburg mit einem Fest an Ruperti in die Zielgerade. Im selben Jahr feiern die Erzdiözesen das 50-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft.

Foto (eds): Weltkirche in St. Virgil: Gastgeber Michael Max (Rektor St. Virgil Salzburg), Markus Roßkopf, Erzbischof Franz Lackner, Erzbischof Thaddeus Cho Hwan-Kil und Bischofsvikar Martin Walchhofer (v. l.).