Der Hoffnung viele neue Türen öffnen

„Was fängt die Hoffnung mit mir an?“ – Mit diesen Worten leitete Bischof Alois Schwarz die österreichische Pastoraltagung 2018 in St. Virgil ein. Thema war „Der Hoffnung Räume öffnen“. Eine Besonderheit waren die so genannten Ateliers. Was kann ich als Einzelner bewirken? Wo kann ich Hoffnung geben? Und was gibt den Menschen wieder Lichtblicke? Darauf antworteten zwei starke Frauen mit ihren persönlichen Hoffnungserfahrungen.

 

 

 

Salzburg. „Es ist zehn Uhr am Abend, ich bin müde, aber die Menschen werden nicht müde“, las Agnes Knell aus Wien über ihr Volontariat in Afrika vor. Rückblickend war es für die junge Frau eine reiche Erfahrung: „Ich habe gemerkt, dass ich für den Einzelnen den Tag verbessern kann.“ Viele junge Menschen gehen nach Afrika mit dem Gedanken, die Welt zu verändern. Schnell merkte die Wienerin, dass die kleinen Gesten entscheidend seien und Hoffnung geben. Generell betonte Knell immer wieder die Lebensfreude dieser Menschen, „sie tanzten viel, hatten immer etwas zu feiern und waren gastfreundlich“. „Als weiße Person durch die Straßen zu gehen war am Anfang schon ein bisschen komisch und mit den vielen Heiratsanträgen war ich auch etwas überfordert“, lächelt sie. Besonders beeindruckt habe sie die Weihnachtsfeier, in der Kirche wurde getanzt und gesungen, eine Erinnerung, die für immer bleibt. 

Schauplatzwechsel: Von Afrika nach Israel–Paläs-tina. „In eurem Haus fühle ich, dass der Himmel offen ist“, diese Worte eines Schützlings erfreuen Sr. Hildegard Enzenhofer. Sie ist Leiterin des Hauses Emmaus in Qubeibe. „Die Armen sagen mir, was als Nächstes dran ist“, betont sie. Die Bewohner der Einrichtung bekommen kein Geld, aber Arbeit. Sogar manche Frauen –quasi undenkbar für Palästina –dürfen arbeiten, Teppiche weben und kochen. Auch Ausbildungen stehen auf dem Plan. „Wir hatten eine Mutter, die hoffnungslos war. So beschlossen wir eine ihrer Töchter ausbilden zu lassen um diesen Armutskreis zu durchbrechen. Sie hat es geschafft und arbeitet nun.“ Lichtblicke, Hoffnungsschimmer und Kraft zeigte Sr. Hildegard Enzenhofer.  

Nicht in Krise verlieren

Im Leben jedes Menschen bieten grundlegende existenzielle Erfahrungen wie Geburt und Tod, Krisen und Krankheit Ansatzpunkte für Seelsorge; solche Anlässe gelte es für eine „okkasionale Pastoral“ zu nutzen, statt sich in permanenter Kirchenkrisendiagnostik zu verlieren. Dazu rief der Würzburger Pastoraltheologe Johannes Först im Eröffnungsvortrag auf. Wer im Blick auf Kirche und Glaubensleben ständig „nur noch...“ und „nicht mehr“ sagt – „eine kommunikationstheoretische Katastrophe!“–, verpasse Chancen zur Weitergabe des auch in der Säkularisierung relevanten Gottes, so Först. Die Worte des deutschen Theologen für eine „Pastoral existenzieller Herausforderungen“ verfolgten rund 320 Teilnehmende mit großem Interesse.

Facettenreiche Bedeutung

Der in der Bischofskonferenz für das veranstaltende Österreichische Pastoralinstitut (ÖPI) zuständige Kärntner Bischof Schwarz nahm in der liturgischen Eröffnung auf das zentrale Tagungsthema Hoffnung als menschliches Konstitutivum Bezug. 

Der Philosoph Ernst Bloch habe nach dem Weltkrieg dieses „Prinzip“ ebenso beschworen wie das Zweite Vatikanische Konzil mit dem so gar nicht geplanten und vorbereiteten „Hoffnungsdokument“ „Gaudium et spes“. Franziskus habe in der ihm eigenen bildhaften Sprache gemeint: „Hoffnung ist nichts für Menschen mit vollem Magen“, sondern – so die Deutung des Kärntner Bischofs – für solche, die Sehnsüchte haben und „noch zu träumen wagen“.  

Seid „Türöffner für neue Hoffnungsräume“, rief  der Kärntner Bischof Alois Schwarz die Teilnehmer auf. 

Eine Besonderheit in diesem Jahr waren die „Ateliers“ zu ausgewählten Themenbereichen. Diese wurden von Fachleuten begleitet.

Ausblick auf 2019 

Mit ihren Ausführungen gaben die Bischöfe Hauke und Krautwaschl und die Linzer Pastoraltheologin einen Ausblick auf die Pastoraltagung des Jahres 2019. Deren Arbeitstitel lautet: „Säkularisierung als Chance für die Pastoral“. kap, tru

 

Bildtext: Agnes Knell aus Wien sprach über ihr Volontariat in Afrika. Foto: tru