Der kleine Abdul kann sehen

Vor ein paar Tagen machte sich Mutter Mwajuma mit ihrem Sohn Abdul auf den weiten Weg nach Moshi, am Fuß des Kilimandscharo. Der kleine Bub sieht nichts von der majestätischen Landschaft, weiß nichts von den sorgenvollen Blicken seiner Mutter, die ihn fest an sich drückt. Denn er ist von Ge-burt an blind.

Wien/Moshi. Mwajuma fühlt sich verloren und hilflos. Blinde Kinder in Afrika können selten die Schule besuchen und haben wenig Aussichten, jemals ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Viele sterben früh. Die letzte Hoffnung für Abdul ist eine von LICHT FÜR DIE WELT unterstützte Augenklinik an der Grenze zu Kenia. In der Klinik werden die beiden freundlich aufgenommen. Abdul wird untersucht und – Glück im Unglück – es ist Grauer Star, der ihm die Sehkraft nimmt.


Er kann operiert werden. Minuten fühlen sich wie Stunden an für Mwajuma, bis sie ihren kleinen Schatz nach dem Eingriff wieder in den Armen halten kann. Als ihm die Augenklappe abgenommen wird, ist es, als würde ein neuer Stern am Himmel aufgehen: Erst verwundert, dann mit immer breiter werdendem Lächeln blickt Abdul zuerst seine Mutter an, dann in den Raum, dann zum Licht. Fröhlich kuschelt er sich an die Mama. In diesem stillen Augenblick unbändiger Freude und Erleichterung braucht es keine Worte. Abduls Augenlicht ist gerettet, seine kleinen Augen erkunden neugierig die Welt.


Der kleine Abdul wurde vor einem Schicksal in Blindheit und Armut bewahrt. Aber rund 39 Millionen Kinder und Erwachsene weltweit leben in Blindheit, obwohl die Mehrheit von ihnen mit relativ simplen Mitteln wieder sehen könnte. Die Hilfsorganisation LICHT FÜR DIE WELT setzt sich dafür ein, dass blinde, sehbehinderte und von Blindheit bedrohte Menschen Zugang zu augenmedizinischer Versorgung erhalten. „Alleine im letzten Jahr konnten wir dank der Spenden aus Österreich über 50.000 Graue-Star-Operationen für blinde Menschen ermöglichen“, freut sich Geschäftsführer Rupert Roni-ger. Die Hilfe von LICHT FÜR DIE WELT erreichte 2015 über 1,3 Millionen Menschen in den Armutsgebieten der Erde.

 

Bildtext: Die Menschen, wie der kleine Abdul, können meist durch relativ einfache Mittel wieder sehen. Foto: Ferrigato