Der „Moment der Wahrheit“ ist da

Klimaschutz. Mit eindringlichen Appellen zu mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel und einer traditionellen Willkommenszeremonie des pazifischen Inselstaats Fidschi ist am Montag in Bonn die Weltklimakonferenz eröffnet worden.

 

 

Bonn. „Unser Welt ist in Not“, sagte der Premierminister von Fidschi, Frank Bainimarama, dessen Ozeanien-Republik den Klimagipfel leitet, während Deutschland sogenannter „technischer Gastgeber“ ist. 2016 sei ein Rekordjahr für die CO2-Emmission weltweit gewesen, erinnerte Bainimarama, „wir dürfen jetzt nicht versagen“. Das Klima-Abkommen von Paris dürfe nicht verwässert werden. Dazu seien auch Unternehmen, die Zivilgesellschaft und die Glaubensgemeinschaften gefordert. „Jetzt ist der Moment der Wahrheit gekommen.“

Ein Beispiel für die Auswirkungen des globalen Temperaturanstiegs ist der drohende Untergang vieler Inseln im Südpazifik. Der Meeresspiegel steigt, tropische Wirbelstürme werden stärker; Grundwasser und Felder versalzen, das Meer schluckt immer mehr Land der tief liegenden Inseln. „Durch die begrenzten Flächen ist eine Umsiedlung auf den Inseln selbst oft nicht machbar. Einzige Option ist die Auswanderung in andere Länder“, heißt es in einem aktuellen Überblick über „Die menschlichen Dimensionen des Klimawandels in Asien und im Pazifik“ der Asiatischen Entwicklungsbank. Wenn die globale Erwärmung nicht gestoppt werden könne, so warnt die ADB, werde bis 2050 die Landwirtschaft von Papua-Neuguinea, den Salomonen und Fidschi zusammenbrechen.

Ozeaniens Bischöfe hoffen

Umso deutlicher appellieren daher die katholische Bischöfe Ozeaniens an die Bonner Klimakonferenz für spürbare Fortschritte, um ihre Heimatinseln im Südpazifik noch zu retten. „Für viele unserer Menschen ist das Meer die sorgsam gehütete Quelle ihrer Ernährung, ihrer Lebensgrundlage und ihres Lebensunterhalts“, betonen sie in einer Botschaft von ihrer Vollversammlung im neuseeländischen Auckland und machen sich für eine „blaue Ökonomie“ stark, die die nachhaltige Zu-kunft der Inselstaaten sicher soll: „Mit unserem Ziel einer ‚Blauen Ökonomie‘ soll an einem Entwicklungsmodell festgehalten werden, das die Nachhaltigkeit respektiert und weit über kurzfristige Profite hinwegschaut.“ Um Missverständnissen zuvorzukommen, betonen die Bischöfe auch: „Wir sind nicht gegen wirtschaftliche Entwicklung.“   

kap

Bildtext: Millionen Menschen leiden bereits jetzt – wie im Bild von den Fidschi-Inseln unter Extremwetterereignissen infolge des Klimawandels . Foto.: Archiv