Dialog ist Weg des Friedens

Herzlicher Empfang für Papst Franziskus im muslimischen Marokko.

Rabat. Papst Franziskus  rief bei einem Besuch im islamisch dominierten Marokko zu Geschwisterlichkeit zwischen den Religionen auf.

Für Migrantinnen und Migranten forderte der Papst während des zweitägigen Besuchs in Rabat mehr legale Einwanderungswege und eine großzügige Aufnahme. Gemeinsam mit Marokkos König Mohammed VI. unterzeichnete er einen Appell für den Erhalt des besonderen Status Jerusalems als Heilige Stadt für Juden, Christen und Muslime. Bei seiner Schlussmesse in einem Stadion in Rabat rief Franziskus die christlichen Gemeinden in dem islamisch geprägten Land auf, „Oasen der Barmherzigkeit“ zu sein. Mit ausdrücklichem Bezug auf die islamische Gebetstradition nannte er Gott „den Erbarmer, den Barmherzigen“. Nach Vatikanangaben sind 23.000 der 35 Millionen Menschen in Marokko katholisch.

Zwischen Afrika und Europa 

Rund 12.000 Menschen bereiteten Franziskus als erstem Papst seit 34 Jahren in Marokko einen herzlichen Empfang. Immer wieder beschwor er in seinen Reden den Dialog zwischen dem Chris-tentum und dem Islam. Der Mut, sich die Hand zu reichen, sei ein Weg des Friedens, wo Extremismus und Hass für Spaltung und Zerstörung sorgten, sagte er unter Verweis auf die historische Begegnung zwischen Franz von Assisi und Sultan al-Kamil während eines Kreuzzugs 1219. Ähnlich hob König Mohammed VI. den Brückencharakter seines Landes zwischen Afrika und Europa sowie zwischen den Religionen hervor. Und: In seinem Land herrsche freie Religionsausübung. 

Gegen das Schüren von Angst 

Der Papst beklagte in Marokko das Schicksal der Millionen Menschen auf der Flucht als „Wunde, die zum Himmel schreit“, und sicherte ihnen die Solidarität der Kirche zu. Das Migrationsphänomen finde „niemals eine Lösung in der Konstruktion von Barrieren, dem Schüren von Angst vor dem anderen oder der Verweigerung von Hilfe für die, die nach einer legitimen Verbesserung für sich und ihre Familien streben“. Den im Dezember in Marokko verabschiedeten UN-Migrationspakt nannte er einen „wichtigen Schritt nach vorne“. Das Menschsein eines Migranten hänge „nicht davon ab, ob er sich diesseits oder jenseits einer Grenze aufhält“, zitierte Franziskus seinen Gastgeber.     kap

Foto: Papst Franziskus in Marokko. / Foto: kap/Mazur/catholicnews.org.uk