Die Christen im Nahen Osten

Orientalische Patristik und Kirchengeschichte sind Dietmar Winklers  Schwerpunkte. Er lehrt an der Universität Salzburg . In einem Vortrag sprach er über Christen in Nahen Osten.

 

 

Linz. Zur Festakademie um den Gedenktag des Philosophen und Theologen Thomas von Aquin, dem Patron der kirchlichen Hochschulen und Universitäten, begrüßte Rektor Univ.-Prof. Dr. Franz Gruber zahlreiche VertreterInnen aus den Bereichen Kirche, Politik, Wirtschaft und Universitäten.

Christen flüchten

Es ist vor allem die permanente Kriegssituation, die die Christen in den Ländern des Nahen Ostens im 20. Jahrhundert zur Auswanderung zwingt, skizzierte Professor Dietmar Winkler, Leiter des Zentrums zur Erforschung des Christlichen Ostens, in seinem Vortrag „Christen im Nahen Osten. Im Spannungsfeld zwischen Glauben und Politik“. Der libanesische Bürgerkrieg, die Kriege im Persischen Golf – das Emporkommen und die Ausbreitung des Islamischen Staates (IS) als Folge des Dritten Irakkrieges sowie die Spirale von Gewalt im unübersichtlichen Bürgerkrieg in Syrien veranlassten Millionen von Christen zu Flucht und Emigration.

Serie der Zerstörung

Doch nicht nur die menschliche Tragödie in Ländern wie Syrien und dem Irak ist hier zu erwähnen, sondern auch eine einzigartige Serie von Zerstörungen von Denkmälern durch den Islamischen Staat, betont Dietmar Winkler. Mit dem zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Museum von Mosul, der assyrischen Hauptstadt Nimrod oder der römischen Oasenstadt Palmyra wurden jahrtausendalte Kulturgüter vernichtet.

Auch bedeutende christliche Stätten sind davon betroffen. Das Ziel ist einerseits Medienpräsenz, andererseits aber die Auslöschung der christlichen Kultur. Die Vernichtung ältester christlicher Handschriften hat System, bedeutet sie doch das Auslöschen niedergeschriebenen theologischen Denkens und Glaubens, die Zerstörung der Klöster das Austilgen lebendiger Spiritualität. Das Bild ist daher nicht nur durch Millionen von Flüchtlingen geprägt – sowohl innerhalb der Region als auch durch die Emigration orientalischer Christen, sondern auch durch den Verlust wertvollster Traditionen, Spiritualitäten und Kulturen des Christlichen Orients, so Winkler.

 

Bildunterschrift: Altbischof Dr. Maximilian Aichern OSB, Rektor Univ.-Prof. Dr. Franz Gruber, Univ.-Prof. Dr. Dietmar W. Winkler, Generalvikar Univ.-Prof. DDr. Severin Lederhilger. OPraem, Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer.  Foto: KU Linz/Eder