Die christlichen Wurzeln sichern

Papst besuchte historische Regionen Rumäniens.

Blasendorf/Rom.Drei Tage hat Franziskus die historischen Regionen Rumäniens besucht: Walachei, Transsilvanien und Moldau. Am Sonntagabend kehrte er von Blaj (Blasendorf) aus nach Rom zurück.

Es war die 30. Auslandsreise von Papst Franziskus; schon mehrere dieser Reisen führten ihn seit seiner Wahl 2013 auf den Balkan. In Rumänien hat er sich um gute Kontakte zur orthodoxen Mehrheitskirche bemüht, Roma wegen Diskriminierungen im Lauf der Geschichte um Vergebung gebeten und Opfer der Christenverfolgung zur Zeit des kommunistischen Regimes geehrt.

„Gemeinsam unterwegs“ – so lautete das Motto des Rumänienbesuchs, das auch auf dem Logo der Reise abgebildet ist. Dazu passt, dass Papst Franziskus in Rumänien unter anderem den Zusammenhalt der Generationen beschworen und vor allem junge Menschen zum Einsatz für andere aufgerufen hat. Ohne Liebe und ohne Gott könne kein Mensch auf der Erde leben, sagte der Papst bei einem Treffen mit Jugendlichen und Familien in der nordostrumänischen Stadt Iasi. Kinder hätten „ein Recht auf die Zukunft“. Zu dem Treffen mit dem Kirchenoberhaupt kamen 70.000 Menschen vor dem Kulturpalast Iasis zusammen.

Eltern und Großeltern gäben „das Beste“ für ihre Kinder und Enkel; Heranwachsende dürften nicht vergessen, was sie an Schönem und Kostbarem in der Familie gelernt hätten, sagte der Papst. Dabei erinnerte er an den „einfachen, aber standhaften Glauben“ der Mütter und Großmütter. Es sei die „Selbstlosigkeit eines ‚häuslichen‘ Glaubens, der unbemerkt bleibt, aber allmählich das Reich Gottes aufbaut“.

Der „böse Feind“ spaltet

Franziskus nannte es ein Werk des Satans, wenn Menschen abgetrennt von anderen und sich selbst lebten. „Der böse Feind spaltet, zerstreut, trennt und schafft Zwietracht, sät Misstrauen“, so der Papst. Die Wurzeln eines Menschen lägen in dem Wissen, „dass das Leben eines jeden im Leben der anderen verankert ist“, sagte er. „Wir gehören einander, und das persönliche Glück kommt daher, dass man die anderen glücklich macht. Alles Übrige sind Märchen.“ Das „Schlimmste“ sei, wenn Menschen keine Wege mehr zueinander fänden und „wenn wir mehr Schützengräben als Straßen sehen“, sagte Franziskus. kap/red

 

Foto: Daniel Ciobetea, Patriarch der rumänisch-orthodoxen Kirche, und Papst Franziskus bei einem Treffen mit dem Ständigen Synod am 31. Mai in Bukarest.

Daniel Ciobotea, Patriarch der rumänisch-orthodoxen Kirche, und Papst Franziskus bei einem Treffen mit dem Ständigen Synod am 31. Mai 2019 in Bukarest.