Die eigenen Ideen für die Zukunft der Kirche einbringen

„Stellen Sie sich vor, Sie sind einen Tag lang die Diözesanleitung der Erzdiözese Salzburg: Welche Vorhaben setzen Sie um? Welche Angebote lassen Sie weg?“ So begann vor kurzem die Diskussion bei einer der Dialogveranstaltungen des Zukunftsprozesses zu den „Diözesanen Leitlinien“ in Salzburg-Mülln. Jeder kann noch bis 31. März online Rückmeldungen geben.

Salzburg. Frauen im Diakoninnen- und Priesteramt als Vorschlag an den Papst richten, Hausgemeinschaften, Messfeiern außerhalb des Gotteshauses, den Kirchenbeitrag abschaffen, Einsatz für Arme, mehr politisches Engagement, Religionsunterricht fördern, Rückbesinnung auf Jesus – viele mutige Vorschläge brachten die 60 Teilnehmer ein. „Wir hören aufmerksam zu“, versprach Generalvikar Roland Rasser. „Manches gibt es schon, manches scheint rückläufig zu sein. Wir müssen uns auf jeden Fall fragen, wie wir die Vorschläge verbindlich an alle bringen.“

„Das Spannungsfeld ,die Leitlinien kurz halten‘ und ,die Fülle der Ideen‘ bleibt“, resümierte der Leiter des Zukunftsprozesses, Prälat Balthasar Sieberer. „Jeder möchte, dass seine Idee einfließt, das wird nicht machbar sein. Aber einige Rückmeldungen werden aufgenommen“, sagte er. „Bei der Umsetzung kommt es schlussendlich auf jeden Einzelnen an. Wir müssen uns auf etwas einlassen“, appellierte Sieberer.

Bisher lag das Augenmerk auf den hauptamtlichen Mitarbeitern. „Die wichtigsten Leute sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Nach der Pfarrgemeinderatswahl haben sie den Kopf frei, ihre Ideen einzubringen“, hofft er. Öffnen auf Gott hin sei der größte Schatz, den die katholische Kirche habe.  „Es wäre schäbig, diesen Schatz nur für uns zu nutzen. Wir wollen ihn teilen“, meinte Rasser. Doch wie die Menschen erreichen? „Wie die zwölf Apostel sind heute alle Getauften und Gefirmten angesprochen und gesendet.“ Die Diözesanen Leitlinien wurde bei der Lernwoche vor kurzem von Außen-Experten kritisiert. „Das gehört nun bewertet und mit den Ideen der Menschen zusammengefügt, damit es im Mai in die Beratungen mit dem Erzbischof einfließen kann“, so Rasser.

 

Beratungen mit dem Erzbischof folgen als nächster Schritt: Das Konsultationsverfahren konzentriert die Ergebnisse und Erkenntnisse der unterschiedlichen Aktionsfelder des Zukunftsprozesses. Daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen werden mit Blick auf die Zukunft unserer Erzdiözese und unter breiter Beteiligung von hundert ehren- und hauptamtlichen Delegierten diskutiert und beraten. Dieses Konsultationsverfahren ist für weitere Handlungsempfehlungen offen. Diese können bis 31. März eingebracht werden: www.zukunftsprozess.at/beteiligung
Weitere Zukunftsprojekte können noch bis 31. Mai eingereicht werden: www.zukunftsprozess.at/handeln/zukunftsprojekte
Der Abschluss wird beim Zukunftsfest um Ruperti (22. – 24. September) in der Salzburger Altstadt gefeiert.

 

Bildtext: Im Pfarrsaal von Salzburg-Mülln wurden rege die Zukunftsvisionen diskutiert. Insgesamt kamen rund 300 Interessierte zu den sieben Dialogveranstaltungen in der gesamten Erzdiözese. Foto: jup