„Die Saat geht langsam auf“

„Miteinander bewegt“ – unter diesem Titel fand vergangene Woche der 2. Österreichische Pädiatrische Hospiz- und Palliativkongress in St. Virgil statt

Salzburg. Der Titel der Veranstaltung spricht für sich: Bewegung und reges Treiben im Bildungszentrum St. Virgil diese Tage – Menschen, die gekommen sind, um sich mit einem tatsächlich sehr bewegenden Thema, das glücklicherweise viele mobilisiert, differenziert auseinander zu setzen. 

„Die Saat geht langsam auf: was sich in den letzten Jahrzehnten in der Palliativarbeit in Österreich getan hat, zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Es muss uns dabei immer bewusst sein, dass Kinder, deren Lebenszeit verkürzt ist, denselben Wert und dieselbe Würde haben, wie andere Kinder“, so Klasnic, Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich bei der Eröffnung. Die größte Herausforderung in der Hospizarbeit sei, dass es noch keine Regelfinanzierung gibt. „Der Hauptwunsch ist, Hospizarbeit in Österreich leistbar, erreichbar und flächendeckend anbieten zu können“, so Klasnic.

„Die Aufgaben in der Hospizbewegung sind ein Geschenk. Am wichtigsten ist dabei, dass Menschen, die mit einem Schicksalsschlag umgehen müssen, das Gefühl haben, nicht alleine zu sein. Es gibt eine ehrliche Dankbarkeit. Die Menschen sind froh, dass es uns gibt“, so Klasnic weiter.

„Die größte Motivation ist für mich die tägliche Begegnung mit Menschen und die Begeisterung von Ehren- und Hauptamtlichen, mit der sie an die Arbeit gehen“, freut sich Klasnic. Die Politik sei für sie abgeschlossen. Sie sei jeden Tag dankbar, dass sie in der Hospiz- und Palliativarbeit Menschen begleiten kann – es sei eine wunderbare Aufgabe.

In Österreich leben geschätzt rund 5.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer lebensverkürzenden Krankheit. Sie und ihre Familien benötigen ein solides Netzwerk an Hilfe und Unterstützung in der Zeit der Krankheit, des Sterbens und der Trauer. 

Seit 2013 verfügt Österreich über ein akkordiertes Konzept zur Hospiz- und Palliativversorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Für Gesundheitspersonal gibt es einen eigenen Lehrgang für Palliative Care in der Pädiatrie, für die Qualifizierung von ehrenamtlichen Kinder-Hospizbegleiterinnen und -begleitern existiert ein österreichweites curriculum. Damit befindet sich Österreich im internationalen Vergleich in einer Vorreiterrolle.

 

Foto: Waltraud Klasnic, Präsidentin Hospiz Österreich, und Primar Wolfgang Sperl bei der Eröffnung.

Foto: RB/St.Virgil