Die Sterne vom Himmel holen

Unendliche Weiten. Die VEGA-Sternwarte Haus der Natur, eine der modernsten öffentlichen Sternwarten Mitteleuropas, macht den Blick in die Tiefen des Weltalls möglich.

 

 

Nussdorf/Haunsberg. Auf dem Haunsberg steht diese moderne Anlage, weil von dort ein Rundumblick möglich ist, man sich in gut 800 Metern Höhe über der Nebelschicht befindet, es wenig Lichtverschmutzung gibt und der Ort leicht zu erreichen ist. „Das Einzigartige an dieser Anlage ist, dass sie eine Besuchersternwarte ist“, so Helmut Windhager, Leiter der Astronomischen Arbeitsgruppe am Haus der Natur. Solch große Teleskope gibt es weltweit, aber keine, in die die Besucher live hineinschauen können. 

Die Sternwarte hat zwei Kuppeln mit je einem ASA-Teleskop. Das größere, das eine bis zu tausendfache Vergrößerung bietet, wird von einer Schalenkuppel geschützt, die sich vollkommen öffnen lässt und so einen weiten Blick ermöglicht. Damit kann man zum Beispiel die Astronauten sehen, die gerade aus der Internationalen Raumstation aussteigen. Das kleinere Teleskop steht in einer Spaltkuppel und ermöglicht eine 300fache Vergrößerung. Es wird für die Erforschung und Fotografie näher liegender Himmelskörper genutzt. Dieses Teleskop kann sehr große Himmelsobjekte wie die Sonne oder den Mond ganz darstellen und fotografieren. Optimal windgeschützt sind hier längere Belichtungszeiten möglich. 

„Die Besucher erwartet ein ungeahntes Seherlebnis“, verspricht Helmut Windhager. Und Norbert Winding, Direktor des Hauses der Natur, betont: „Wir wollen mithelfen, die Jugend von den Bildschirmen und von den Handys wegzubringen und sie dazu verlocken, in die Natur hineinzuschauen.“

Die Sternwarte bietet dafür alle Möglichkeiten: Es gibt eine großzügige Beobachtungsterrasse, ein Astrolabor für wissenschaftliche Arbeiten und einen Vortrags- und Veranstaltungssaal. Der bietet 150 Personen Platz; die Bilder der Teleskope können direkt auf eine große Leinwand übertragen werden. 

Einschließlich der Ausstattung hat die Sternwarte knapp 3,4 Millionen Euro gekostet. Fast 70 Prozent davon haben private Sponsoren und Spender finanziert – Hauptgeldgeber ist das Salzburger Logistik-Unternehmen VEGA – den Rest haben sich Land und Stadt Salzburg und die Gemeinden Nussdorf, Obertrum und Anthering geteilt. „Das Gebäude hier in diese sensible Landschaft so hereinzusetzen ist eine große Leistung“, lobte Landeshauptmann Wilfried Haslauer.     ihi

 

Foto: Helmut Windhager, Leitung Astronomische Arbeitsgruppe am Haus der Natur und Norbert Winding, Direktor des Hauses der Natur vor der neuen Sternwarte am Haunsberg. Foto: Neumayr/Leo