Die Straße ist kein Zuhause

Benachteiligten Kindern und Jugendlichen hilft Jugend Eine Welt. Darauf macht die Organisation besonders am Tag der Straßenkinder am 31. Jänner aufmerksam.

Hyderabad. Weil er sich vor den Schlägen seines Vaters gefürchtet hatte, verließ der kleine Santosh im indischen Hyderabad seine Familie und war jahrelang als Straßenkind unterwegs. Bei einem Zugunfall verlor er einen Unterarm und ein Bein. Eines Tages wurde Santosh von den Mitarbeitern eines Don-Bosco-Schutzzentrums aufgesammelt: Das Zentrum wurde für Santosh zur neuen Heimat. Er ging zur Schule, studierte und ist heute glücklich verheirateter Familienvater, der selbst als Programmdirektor bei Don Bosco tätig ist. Santosh sagt, dass „jedes Straßenkind jemanden braucht, dem es vertrauen kann, der für es da ist.“

Weltweit gibt es schätzungsweise mehr als 100 Millionen Straßenkinder, so wie Santosh eines war. Sie sind durch Armut und Gewalt-erfahrungen, fehlende Zuneigung, Drogenabhängigkeit oder den Tod der Eltern auf der Straße gelandet. Sie sammeln Müll, putzen Schuhe und Autoscheiben, machen kleine Botengänge – und sind oft Gewalt ausgesetzt, greifen zu illegalen Mitteln wie Diebstählen, um überleben zu können. Vielen von ihnen fehlt das Vertrauen und die Hilfe von Erwachsenen. 

Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Kindern beizustehen und ihnen eine Chance auf ein menschenwürdiges Leben zu geben. Dazu unterstützt Jugend Eine Welt Projekte in Indien wie in anderen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Einrichtungen, die Straßenkindern wie Santosh ein Zuhause geben. Die Kinder dort abholen, wo sie leben – das ist der Ansatz vieler Bildungsprojekte für Straßenkinder. Neben Zuwendung, Liebe, Anerkennung ist für die Kinder und Jugendlichen Bildung notwendig. Der Besuch einer Schule, eine adäquate Lehrlingsausbildung u. Ä. führt sie weg von der Straße.

Mit dem Tag der Straßenkinder am 31. Jänner macht Jugend Eine Welt ganz besonders auf die Lebensumstände von Straßenkindern aufmerksam. Der jährliche Tag der Straßenkinder ist der Auftakt zu den Aktionswochen, mit Schwerpunkten zum Thema im Schulunterricht und in Gruppenstunden, mit Vorträgen und mit Spendenaktionen für Don-Bosco-Hilfsprojekte, die Straßenkindern ein Zuhause geben.

Foto (Jugend Eine Welt): Neben Zuwendung, Liebe, Anerkennung ist für Straßenkinder Bildung notwendig. Die Projekte von Jugend Eine Welt in Asien, Afrika und Lateinamerika ermöglichen ihnen diese.