„Die Würde des anderen fördern“

Papst Franziskus hat 14 Kirchenvertreter aus elf Ländern zu Kardinälen erhoben. In seiner Predigt erinnerte der Papst die neuen Purpurträger an die Mahnung Jesu:  „Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.“ Die Autorität der Kirche wachse mit ihrer Fähigkeit, die Würde des anderen zu fördern. Keiner dürfe sich „für etwas Besseres“ halten.

Vatikan. Zu den neuen Kardinälen gehören unter anderem der irakische Patriarch Louis Raphael I. Sako aus Bagdad, Erzbischof Joseph Coutts aus Karachi in Pakis-tan, Erzbischof Desire Tsarahazana aus Toamasina in Madagaskar oder Osakas Erzbischof Thomas Aquinas Manyo Maeda; aber auch Bischöfe aus Kolumbien, Mexiko und Peru sowie Italien und Spanien. Ihre höchste Ehre sei es, „Christus zu dienen im gläubigen Volk Gottes“, sagte der Papst, „in den Hungrigen, Vergessenen, Gefangenen, Kranken, Drogenabhängigen, Verlassenen, in den konkreten Menschen mit ihren Geschichten und Hoffnungen, mit ihren Erwartungen und Enttäuschungen, mit ihren Leiden und Wunden. Nur so wird die Autorität des Hirten den Geschmack des Evangeliums haben“.

Aufmerksamkeit für Nahost

Die Herkunft der 14 neuen Kardinäle aus elf Ländern zeige die Vitalität und Universalität der Kirche, sagte Patriarch Sako als Sprecher der Gruppe. Die Ernennung zum Kardinal verstehe er nicht als „Preis oder persönliche Ehre“, sondern vor allem als eine Sendung zur Mission: „Wir sollen allen Menschen die Freude des Evangeliums bringen.“ Eigens erwähnte das Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche die Glückwünsche von Muslimen, die ihn zur Kardinalsernennung erreicht hätten. Diese hätten „ihre Bewunderung für die Offenheit der Kirche“ zum Ausdruck gebracht sowie für die beständige Nähe des Papstes zu „den Menschen mit ihren Sorgen, Ängsten und Hoffnungen“. 

Sako dankte dem Papst ausdrücklich für dessen besondere Aufmerksamkeit für die Lage bedrohter Christen, die im Nahen Osten, Pakis-tan und andernorts unter Krieg und Extremismus litten. „Wir beten und hoffen, dass Ihre Bemühungen den Frieden zu fördern, die Herzen der Menschen zum Besseren verändert“, wandte sich Sako an Franziskus. Die Kardinäle würden den Papst bei der Förderung einer Kultur des Dialogs, Respekts und des Friedens nach Kräften unterstützen.       kap

Foto (ibu): Patriarch Louis Rahphael I. Sako