Die Zukunft gut im Blick

Bildungszentrum. Aus dem im Herbst von der Erzdiözese Salzburg ausgeschriebenen Architekturwettbewerb für die Erweiterung des Bildungszentrums Borromäum ging nun ein Sieger hervor: Das Projekt des Architekturbüros Mayer und Seidl überzeugte die Jury. Baubeginn soll 2020 sein.

Salzburg. Das Bildungszentrum Borromäum kann am heutigen Standort auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurückblicken. Es vereint als Ort des Lebens und Lernens das Erzbischöfliche Privatgymnasium, die Kirchliche Pädagogische Hochschule-Edith Stein, Teile des Seelsorgeamtes, die AV-Medienstelle, das Katechetische Amt und das Referat für Berufungspastoral unter einem Dach.

Auf Herausforderungen vorbereiten

Ziel ist es, behutsam mit dem Bildungszentrum Borromäum umzugehen und dieses vorausschauend auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten. Aus diesem Grund ist auf der Liegenschaft des Bildungszentrums Borromäum einerseits eine mögliche Erweiterung und Modernisierung des bestehenden Schulstandortes geplant. Andererseits möchte die Erzdiözese durch den Neubau auf einer bisher ungenützten Fläche der Liegenschaft die langfristige Absicherung des Standorts in der Gaisbergstraße gewährleisten.

Auf der Grundlage dieses Nutzungskonzepts wurde im Herbst 2017 ein zweistufiger anonymer Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Am 29. Mai wählte die Jury, bestehend aus Vertretern der Stadtpolitik, des Gestaltungsbeirats, des Denkmalschutzes und der Erzdiözese, das Projekt des Architekturbüros Mayer und Seidl zum Wettbewerbssieger. Die Pläne für das Bildungszentrum Borromäum sehen u. a. eine Neugestaltung des Außen- und Eingangsbereichs, eine pädagogische Lern-ebene mit Lernkojen, Computerarbeitsplätzen, Ruhezonen und Präsentationsräumen im Dachgeschoß, die Errichtung eines Multifunktionssaals und die Schaffung eines zusätzlichen Gymnastikraums vor. 

„Die Umsetzung dieses Ausbaus ist selbstverständlich nur mit finanzieller Beteiligung der öffentlichen Hand möglich und soll in mehreren Phasen verlaufen“, betont Cornelius Inama, designierter Finanzkammerdirektor der Erzdiözese. Zudem wird auf der Liegenschaft ein Neubauprojekt mit geförderten Mietwohnungen und Büros entstehen. „Die gesamte Erweiterung soll durch eine Partnerschaft der Erzdiözese mit der ‚Klima- und Energiestrategie SALZBURG 2050‘ energieeffizient, ökologisch und durch die Nutzung erneuerbarer Energieformen optimal umgesetzt werden“, so Inama. In ihrem Konzept legten die Architekten besonderen Wert sowohl auf die architektonische Verbindung des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes mit den Neubauten, als auch auf den Erhalt des schützenswerten Baumbestandes und großer Grünflächen. „Das Projekt kann den vielen Herausforderungen der Situation gerecht werden und durch eine klare Setzung der Baustruktur und Volumetrie überzeugen“, heißt es im Juryentscheid.

Kleines Seminar wird Bildungszentrum

Die Anfänge des Borromäums gehen auf den Salzburger Erzbischof Friedrich Fürst zu Schwarzenberg zurück, der 1836 Buben aus den Gebirgsgauen in der Stadt Salzburg privat unterbringen und verpflegen lässt. Bereits 1840 besteht eine Wohngemeinschaft im Berchtesgadener Hof (Posthof), 1843 erhält das „Archiepiscopale Collegium puerorum“ (Erzbischöfliches Knabenseminar) die staatliche Anerkennung als „autorisiertes Privatconvict“. Die nun etwa 40 Personen umfassende Gemeinschaft übersiedelt 1847 in den Graf-Lodron-Laterno-Primogentur-Palast (das heutige Mozarteum). Die hauseigene Kirche wird dem hl. Karl Borromäus geweiht. 1884 erhält die Bildungseinrichtung das Öffentlichkeitsrecht auf unbestimmte Zeit. 

Auf den Arenberggründen entsteht 1910 das neue diözesane Knabenseminar und Privatgymnasium Borromäum. Es ist viermal so groß wie das alte in der Innenstadt. Die Institutskirche beherbergt noch heute das Altarbild der alten Institutskirche, die abgerissen wurde. Das neue Haus wird 1912 eingeweiht. eds

 

Bildtext: Erzbischof Franz Lackner, Architekt Franz Seidl, Architekt Christian Mayer, Finanzkammerdirektor Josef Lidicky und der designierte Finanzkammerdirektor Cornelius Inama zeigen das Baumodell. Foto: Erzdiözese Salzburg