Dritte Basilika für die Erzdiözese

Ein langer Weg endete am Mariä-Himmelfahrts-Tag: Seit Jahren hatte Maria-pfarr darum gekämpft, dass die Lungauer Mutterkirche Basilika wird. Nun konnte die Pfarre die Erhebung feiern.

Mariapfarr. Es war ein Weg voller Hürden – und Möglichkeiten –, erinnert sich Pfarrer Bernhard Rohrmoser an die Jahre vor der Kirchenrenovierung zwischen 2014 und 2016: „Unsere Kirche ist mir ständig durch den Kopf gegeistert: Ich hatte mich durch Tage und viele Nachtstunden mit der anstehenden Innenrenovierung beschäftigt, mit Planungen, mit viel Wenn und Aber, Für und Wider. Eines Tages, eher bei ausgehender Nacht, mehr im Halbschlaf als wach, kam mir der Gedanke: Unsere Kirche – Basilika!“

Als er den Fragenkatalog aus dem Vatikan übermittelt bekam, war Rohrmoser zunächst einmal überwältigt: 65 Fragen umfasste dieser und zwar in der päpstlichen Amtssprache – auf Latein. Diese zu entschlüsseln, zu übersetzen und handschriftlich zu beantworten – keine leichte Aufgabe. Doch nur vier Monate nach der definitiven Einreichung am 20. Oktober 2017 kam die Bestätigung aus Rom: Die Pfarrkirche erhält den Ehrentitel „Basilica minor“!

Zu Mariä Himmelfahrt, dem Patrozinium der Pfarre feierten Ehrengäste aus nah und fern und die Menschen und Vereine aus den vier Gemeinden der Pfarre die Erhebung zur Basilika. Pfarrer Rohrmoser hofft nun auch darauf, dass die Tradition der Wallfahrt wiederbelebt wird. Ab dem 13. Jahrhundert hatte diese in Maria-pfarr nämlich eine Blütezeit erlebt.

Entstanden ist die 923 erstmals urkundlich erwähnte Lungauer Mutterkirche in ihrer heutigen Größe Anfang des 15. Jahrhunderts, als beeindruckend weiter basilikaler Bau mit einem Mittel- und zwei Seitenschiffen. „Schon seit dieser Zeit war also eine grundlegende Voraussetzung gegeben, um den Gedanken in Richtung Basilika überhaupt fassen zu können. Dazu kam die Bedeutung der Wallfahrt, die Bedeutung als Ur- und Mutterkirche und ab 1995 auch als ‚Stille-Nacht-Kirche‘“, betont Rohrmoser. 

Bedeutende Stellung im Umland

Mariapfarr ist neben Maria Plain im Flachgau und Mariathal im Tiroler Unterland die erst dritte Basilika in der Erzdiözese, weltweit sind es an die 1.700. Die Verleihung des Titels „Basilica minor“ bezweckt „die Stärkung der Bindung der einzelnen Kirchen an den römischen Bischof und soll die Bedeutung dieser Kirche für das Umland hervorheben“. sab

Foto: Ab sofort kann Pfarrer Bernhard Rohrmoser Pilger und Gemeindemitglieder in einer Basilika begrüßen: „Die Erhebung zur Basilika soll auch ein Aufbruch sein, eine geistige Erneuerung, ein neuer Weg gelebten Glaubens.“ Foto: Pfarre