Du bekommst, was du gibst

Das Freiwillige Soziale Jahr absolvieren die meisten jungen Erwachsenen in Salzburg im Altenbereich. Aber auch die Arbeit mit Beeinträchtigten sowie Kindern und Jugendlichen hält spannende Erfahrungen bereit. Was erleben sie dabei? Fünf junge Erwachsene lassen uns teilhaben.

Salzburg. „Es ist ziemlich praktisch, dass das Freiwillige Soziale Jahr als Zivildienstersatz anerkannt wird“, meint der 19-jährige Andrej. Nach der Matura wollte er nicht sofort studieren und hat über Freunde vom FSJ erfahren. Die Kleinen in „seinem“ Kindergarten sind begeistert. „Es ist für die Kinder auch etwas Besonderes“, erzählt er, dass er neben einem Betreuer die zweite männliche Bezugsperson für die Kleinen ist. Andrej hilft den Betreuern – Jause und Mittagessen vorbereiten, bei Ausflügen in den Garten oder Wald ist er mit dabei.  „Es ist ein entspanntes Arbeiten“, sagt er. „Viele junge Leute möchten das FSJ mit Kindern verbringen“, berichtet Raphaela Seemann, Leiterin der FSJ-Regionalstelle Salzburg. „Doch das ist einer der schwierigsten Bereiche. Die Kinder sind fordernd, man ist sehr eingeteilt“, warnt sie.

Mit Jugendlichen in einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft beschäftigt sich Eva. „Ich mache nichts Außergewöhnliches, aber Kleinigkeiten zählen. Die Arbeit gibt einem viel zurück“, sagt die 21-Jährige. „Am Montag freuen sich die Jugendlichen, dass ich wieder da bin.“ Dann hilft sie ihnen beim Lernen, kocht das Essen, begleitet sie zum Arzt und anderen Terminen und verbringt die Freizeit mit ihnen. Sie will in diesem Berufsfeld Fuß fassen: „Nach dem FSJ würde ich gerne an der Fachhochschule Soziale Arbeit studieren.“

Marietta und Iris haben sich entschieden, beim Freiwilligen Sozialen Jahr in einer Behinderteneinrichtung zu helfen. „Ich habe zuerst ein Praktikum dort gemacht, das hat mir sehr gefallen. Die Arbeit macht sehr viel Spaß“, freut sich Marietta. Sie stellt mit den Menschen mit Beeinträchtigung Produkte aus Holz her, die mit anderen Artikeln verkauft werden. Und hilft bei der Pflege mit: „Am Anfang war der direkte Kontakt schwierig. Wie muss ich das machen? Wie werden die Menschen reagieren?“, erklärt sie. „Aber man wächst mit seinen Herausforderungen.“ Der Fokus von Iris‘ Arbeit liegt darin, dass sich die beeinträchtigten Menschen in ihrem Zuhause wohl fühlen. „Ich höre mit ihnen Musik, nehme sie zum Einkaufen mit oder wir gehen spazieren“, beschreibt sie. Auch einfache Pflegearbeit übernimmt sie. „Der Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung und der pflegerische Bereich sind sehr interessant. Das will ich später auch einmal beruflich machen“, ist sie von ihrem FSJ begeistert. 

Das FSJ bei der Katholischen Jugend

„Ein FSJ ist sehr abwechslungsreich“, berichtet Kerstin, die bei der Katholischen Jugend Region Pinzgau gerade viel in der Firmvorbereitung eingeteilt ist. „Wir veranstalten Firmlingswochenenden im Jugendhaus steyleWelt, organisieren mit Firmlingen Jugendgottesdienste, planen die SpiriNight. Dabei kommen auch die ,älteren‘ Jugendlichen nicht zu kurz. Im Jänner luden wir zum Rodeln mit Open-Air-Andacht ein und bekamen tolles Feedback von den Jugendlichen. Auch bei Workshops und ,ALIVE! – interaktive Gebetsstationen‘ für Schulen/Jugendgruppen und Pfarren darf und soll ich mitmischen“, freut sie sich. So unterschiedlich ihre Einsatzbereiche sind, in einem sind sich die jungen Erwachsenen einig: Das FSJ ist empfehlenswert! julia.petritsch@rupertusblatt.at

 

Bildtext: Kinder können fordernd sein, trotzdem macht das FSJ mit ihnen viel Spaß.  Foto: FSJ

 

Das FSJ  kann auch in der Katholischen Jugend Salzburg absolviert werden. Die Jugendleiter/innen der KJ-Region Pinzgau (Bürostandort Uttendorf) freuen sich auf einen FSJ-ler/eine FSJlerin für das Arbeitsjahr 2018/19.

 

TIPP:  Einsatzdauer: 10 oder 11 Monate, Taschengeld: 245,-- Euro/Monat netto, Sozialleistungen, anrechenbar als Zivildienst. Infos: Tel. 0676/8776 3922, office.salzburg@fsj.at,  www.fsj.at, www.facebook.com/fsj.at