Du bist nicht alleine

Das Freiwillige Soziale Jahr ist eine Erfahrung, die gut begleitet gehört. In Seminaren werden die jungen Frauen und Männer zu den Aufgaben in ihrer Arbeitsstelle hingeführt und lernen auch vieles über sich selbst.

Salzburg/St. Gilgen. Die jungen Frauen und Männer liegen am Boden. Sie dürfen sich 20 Minuten nicht bewegen, sie hören Türen knallen, Leute reden, pfeifen. „Mit der basalen Stimulation zeigen wir ihnen, dass sie mit Geräuschen achtsam umgehen sollten. Alte Menschen, die die meiste Zeit liegen, sind empfindlich“, erklärte Trainerin Gabriele Schauder beim zweiten Seminar im FSJ vor kurzem in St. Gilgen. 43 Salzburger haben vergangenen Herbst ihren Einsatz begonnen. Das erste Seminar diente dem Teambuilding und Fachtraining, bei der Reflexion wurden eigene Stärken und Schwächen kennen gelernt. Im zweiten Seminar wird die Arbeitsstelle reflektiert. „Die Seminare sind sehr hilfreich. Die anderen haben ähnliche Situationen in ihren Arbeitsbereichen und wir besprechen, wie man damit umgehen kann“, sagt die 19-jährige Marlene. 

Sie hilft seit Oktober in einem Seniorenheim in der Stadt Salzburg mit. „Nach der Matura nutze ich das FSJ als Überbrückungsjahr, weil ich noch nicht genau weiß, was ich später machen möchte“, erzählt sie. Frühstück holen, Betten überziehen, die Senioren zum Arzt begleiten, Rollatoren putzen – der Tag ist gut gefüllt. „Die Bewohnerinnen und Bewohner sind sehr lieb. Sie strahlen, wenn ich da bin und Zeit für sie habe. Es klingt banal, aber es geht auch um Kleinigkeiten. Eine Frau hat sich sehr gefreut, weil ich ihr eine schöne, neue Bettwäsche bezogen habe“, meint sie. 

„In den Seminaren sehen wir, wie die jungen Menschen wachsen“, so Trainer Alexander Kuhnert. „In diesen Monaten wird ihnen auch klarer, ob der gewählte Bereich etwas für das Berufsleben wäre.“ Um die Reflexion und den Berufsausblick dreht sich das letzte Seminar. Aber auch darum, wie der Abschied gestaltet werden kann: „Ich werde beim Abschied sicher weinen müssen“, meint Marlene. julia.petritsch@rupertusblatt.at

 

Das FSJ  kann auch in der Katholischen Jugend Salzburg absolviert werden! Die Jugendleiter/innen der KJ-Region Pinzgau (Bürostandort Uttendorf) freuen sich auf einen FSJ-ler/eine FSJlerin für das Arbeitsjahr 2018/19.

 

TIPP: Einsatzdauer: 10 oder 11 Monate, Taschengeld: 245,-- Euro/Monat netto, Sozialleistungen, anrechenbar als Zivildienst.
Infos: Tel. 0676/8776 3922, office.salzburg@fsj.at,  www.fsj.at, www.facebook.com/fsj.at

 

Bildtexte: Marlene (M.) und die anderen trainieren in den Seminaren Teambuilding, bekommen Fachwissen für ihren Bereich, absolvieren einen Erste-Hilfe-Kurs. Sie können sich austauschen und lernen vieles über sich selbst. Eine basale Stimulation im Seminar verdeutlicht den jungen Erwachsenen, wie laut es eigentlich ist. Für ältere Menschen ist das manchmal schwierig auszuhalten. Die Trainer Johannes Schindlegger, Gabriele Schauder, Gerlinde Sucher, Hans Hammerschmied, Raphaela Seemann und Alexander Kuhnert (v. l.) unterstützen die FSJler. Seniorinnen und Senioren freuen sich, wenn sich die jungen Erwachsenen Zeit für sie nehmen können. Sie sind schnell zur Stelle, um den Bewohnern zu helfen. Fotos: FSJ, jup