„Ein guter Hirte sein“

Bischofswechsel.  Vom winterlichen Salzburg ins subtropische Bolivien ging es vor kurzem für Markus Roßkopf, Referent für Weltkirche in der Erzdiözese und Br. Andreas Holl. Sie nahmen in Salzburgs Partnerdiözese an der Amtseinführung des neuen Bischofs, Robert Flock, teil. Der gebürtige US-Amerikaner löste Bischof Karl Stetter ab. Markus Roßkopf berichtet für das Rupertusblatt über die Tage in San Ignacio de Velasco und das erste Treffen mit Bischof Robert Flock.

 

 

 

 

San Ignacio. Nach mehr als dreizehn Stunden im Flugzeug und nach neun Stunden im Bus sind wir endlich am Ziel. San Ignacio de Velasco ist der Bischofssitz und Provinzhauptstadt mit rund 25.000 Einwohnern. Mit dem Mototaxi fahren wir zur Kathedrale und zum Bischofshaus. Hier sind die verschiedensten Ämter sowie Radio und Fernsehen untergebracht. Wir fragen, ob der neue Bischof da sei. Die Sekretärin schaut nach und schon kommt er, der neu ernannte Bischof Robert Flock. Wir setzen uns zusammen, stellen uns vor und kommen auch schon ins Gespräch über Salzburg und die Diözesanpartnerschaften. Bei der konkreten Gestaltung der Partnerschaft gebe es sicherlich noch Luft nach oben, meint Bischof Flock und berichtet von seiner persönlichen Verbindung nach Salzburg. Als US-Amerikaner habe er in den 1970er Jahren im amerikanischen Kolleg in Rom studiert und in dieser Zeit sei er einmal für ein Monat zu einem Deutschkurs in Salzburg gewesen. Er erwähnt auch, dass seine Vorfahren aus dem Raum zwischen Trier und Köln kommen.

Vor seiner Ernennung war Robert Flock Weihbischof in Cochabamba. Erst vor wenigen Tagen ist er nach San Ignacio gekommen. Während unseres Gesprächs  kommt dann das Auto aus Cochabamba, das seine persönlichen Sachen bringt, ein Fahrrad, ein Klavier, Schränke … Beim Hinausgehen betont er noch: „Ich verstehe Partnerschaft als Freundschaft.“ Wir werden diese Chance ergreifen und gemeinsam überlegen, wie die Diözesanpartnerschaft mit San Ignacio de Velasco weitergeführt werden kann.

29 Jahre Bischof Karl Stetter  

Nach fast 29 Jahren hat sich Bischof Karl Stetter am Abend mit einer feierlichen Messe als Bischof verabschiedet. Stetter hat in dieser langen Zeit die Diözese San Ignacio geprägt und sich Verdienste erworben, vor allem bei der Restaurierung der Jesuitenkirchen, beim Engagement für die kirchlichen Schulen und bei sozialen Werken, die auf seine Initiative hin entstanden sind. So wurde er auch mit Applaus und Ehrungen in der vollen Kathedrale verabschiedet.

Übergabe des Hirtenstabes 

Am anderen Tag, dem Fest der „Virgen de Candelaria“ (Darstellung des Herrn/Maria Lichtmess),  fand die Amtseinführung des neuen Bischofs statt. Nach der Eröffnung des Gottesdienstes wurde das Ernennungsdekret verlesen. Bischof Stetter übergab den Hirtenstab an seinen Nachfolger Robert Flock und führte ihn zum Bischofsstuhl. Dabei war es Stetter wichtig, nochmals auf die Besonderheit des jesuitischen Erbes zu verweisen. Denn bis heute ist dieses Erbe in den Kirchenbauten sichtbar, in der Musik hörbar und in der Volksfrömmigkeit mit all den vielfältigen Traditionen erfahrbar. 

In der Predigt ging Bischof Flock auf seinen bischöflichen Wahlspruch ein: „Pastorea el rebaño“ Er bezieht sich auf die Bibelstelle 1 Petr 5,2: „Sorgt als Hirten für die euch anvertraute Herde Gottes …“ Der neue Bischof verwies darauf, dass sein Nachname Flock im Englischen „Herde“ bedeutet. Die Texte und teilweise auch die Melodie der Lieder zum Festgottesdienst stammten übrigens von Bischof Flock persönlich.  Nach dem Gottesdienst gratulierten zahlreiche Gläubige ihrem neuen Bischof und nutzten die Gelegenheit, Fotos mit  ihm zu machen. Wir, als Vertreter der Partnerdiözese Salzburg bei der Amtseinführung, haben uns hier gerne angeschlossen.

Foto (M. Rosskopf): Robert Herman Flock Bever (l.) mit Bischof Karl Stetter, seinem Vorgänger als Diözesanbischof von San Ignacio de Velasco.