Ein Herz für Arme

P. Fritz Tschol war engster Mitarbeiter von em. Bischof Erwin Kräutler und  lange sein Generalvikar. In seiner brasilianischen Wahlheimat war Tschol maßgeblich am Aufbau der Kirche am Xingu beteiligt. Mit den rund um Altamira lebenden indigenen Stämmen verband ihn eine tiefe Freundschaft. Er wolle Brücken bauen und ihnen menschlich begegnen, sagte er einmal in einem Interview mit dem Rupertusblatt.

Altamira. Der Tiroler Missionar Pater Fritz Tschol C.PP.S. ist im 88. Lebensjahr an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Tschol war einer der engsten Mitarbeiter des seit dem Vorjahr emeritierten Bischofs von Altamira, Erwin Kräutler. Fast sechs Jahrzehnte seines Lebens verbrachte der Missionar vom Kostbaren Blut am Xingu und betonte stets: „Ich habe nie etwas vermisst oder die Begeisterung verloren.“

Bischof Kräutler würdigte den Tiroler Missionar als „beispielhaften Priester“, der „mit tiefer Spiritualität und einer tatkräftigen Option für die Ärmsten im Volk Gottes“ gewirkt habe. „Er hatte ein besonders großes Herz für die Armen und Schwachen“, unterstrich Kräutler.  

Fritz Tschol wurde am 20. Juni 1929 in St. Anton am Arlberg als Sohn einer Tiroler Bauernfamilie geboren. 1949 legte er seine Matura am Bischöflichen Gymnasium Paulinum in Schwaz ab und trat der Ordensgemeinschaft der Missionare vom Kostbaren Blut bei. 1956 empfing er in Salzburg die Priesterweihe. Seit 1957 war er als Missionar und Priester am Xingu im brasilianischen Altamira tätig. Die Diözese ist mit 432.000 Quadratkilometern viermal so groß wie Österreich. 

Hilfe von Padre Frederico 

Padre Frederico wie er in Brasilien genannt wurde, engagierte sich besonders für die Indigenas im Amazonastiefland. Er realisierte  zahlreiche Infrastrukturprojekte wie Straßen, Schulen, Krankenhäuser sowie Wohn- und Siedlungsbauten am Rio Xingu. Unter Kräutlers Nachfolger, Bischof João Muniz Alves, war Pater Fritz Tschol noch als Ökonom tätig. Und bis zuletzt galt seine Sorge den Armen und am Rande der Gesellschaft Lebenden. Er unterstützte täglich Menschen, die zu ihm ins Haus kamen um Hilfe zu erbitten.

P. Fritz Tschol erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den „Bi-schof-Kräutler-Preis für die Verdienste um die Indigenas Latein-amerikas“ (1997),  das Ehrenkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice für besondere Verdienste um die Anliegen der Kirche und des Papstes“ durch Papst Johannes Paul II. (1999) und den „Reinhold-Stecher-Preis“ (2004). 

Foto (ibu): Wenn der Tiroler Missionar P. Fritz Tschol von seinen Begegnungen in den indigenen Dörfern sprach, war das voller Liebe und Respekt.