Ein Leben in Vielfalt

Festtag. Am kommenden Sonntag feiert Ebenau mit Georg Hager sein 65-Jahr-Priester-Jubiläum

Ebenau. Georg Hager kam am 8. Februar 1930 als zweites von sechs Kindern des Textilfacharbeiters Peter Hager und seiner Frau Justine auf die Welt. Er wuchs in familiärer Geborgenheit auf und  lernte  in der Familie Glauben und Kirche kennen. Die Zeiten damals waren schwierig. Mit Beginn der Naziherrschaft 1938 wurde kirchliches Leben eingeschränkt und immer mehr verboten. Erst nach 1945 gab es wieder öffentliche kirchliche Jugendarbeit, bei der Georg Hager begeistert mitmachte. 

1949 maturierte er am Realgymnasium Salzburg, trat gleich ins Priesterseminar ein und wurde am 11. Juli 1954 im Dom zu Salzburg von Erzbischof Rohracher zum Pries-ter geweiht. Nach einem weiteren Studiensemester in Salzburg ging er nach Paris, um  dort Theologie, Sozialwissenschaften und Französisch zu studieren. Sprachen waren ihm wichtig. So lernte er neben seiner deutschen Muttersprache Latein, Griechisch, Französisch, Englisch und Koreanisch. Georg Hager war immer offen für Neues und vielfach interessiert. Er liebte es zu reisen. In seinem Buch über sein Leben „Aber Georg“ beschreibt er seine Reisen von der ersten Romreise 1949 mit der Katholischen Jugend an sehr anschaulich.

Nach seiner Rückkehr aus Paris begann er 1955 seine Seelsorgetätigkeit als Kooperator in Saalfelden, wurde 1956 Dekanatsjugendseelsorger, subsidiarischer  Militärpfarrer an der Wallnerkaserne und Religionsprofessor. 

Schon lange hatte er den Wunsch, in die Mission zu gehen. 1957 begann er mit erzbischöflicher Erlaubnis mit der  Vorbereitung auf den Missionseinsatz. So studierte er Missiologie und Sozialwissenschaften in Löwen, dann Koreanisch und Buddhismus in London und wirkte daneben in einer Pfarre. Im September 1959 ging er als Missionar nach Südkorea (Diözese Jeonju).

1964 kehrte er aus Korea zurück, wurde Pfarradministrator in Brixen im Thale, dann Provisor in Plainfeld. Daneben unterrichtete er Religion in der Hotelakademie Kleßheim und der Hotelfachschule in Bad Hofgastein und begann mit dem Aufbau des Tourismusreferates der Erzdiözese. Dem Thema Tourismuspastoral blieb er viele Jahre treu. Er war 18 Jahre Vorsitzender des Arbeitskreises Tourismus auf Österreichebene und auf der Ebene der Weltkirche Mitarbeiter im Päpstlichen Rat für Migration und Tourismus. 2001 beendete er nach 36 Jahren die Tätigkeit in der Tourismuspastoral.

Missionar in Korea und in der Heimat

Er war in vielen Pfarren als Seelsorger tätig. Nach Plainfeld wurde er Pfarrer in Faistenau (1965 bis 1968), danach bis 1970 Seelsorger in Walserfeld, von 1970 bis 1978 Pfarrer in St. Gilgen. Dort  begann 1970 auch Emma Krumschnabel ihre Tätigkeit als Haushälterin, Jungschar- und Seniorenleiterin. Sie begleitete Pfarrer Hager auf allen weiteren Stationen und unterstützte ihn tatkräftig. 1987 wurde Georg Hager Stadtpfarrer in Salzburg-St. Andrä und seit 1999 ist er nun Pfarrer in Ebenau. Hier begann er auch als Internetseelsorger.

Diese vielfältige Arbeit wurde durch Ehrungen anerkannt. Für sein Engagement über die Pfarrarbeit hinaus wurde er 2003 Monsignore (Päpstlicher Hauskaplan). Die Gemeinde St. Gilgen verlieh ihrem Pfarrer 1987 den Ehrenring und  das Land Salzburg ehrte ihn 1984 mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um den Salzburger Fremdenverkehr und 2001 mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes.

Nach der großen Stadtpfarre St. Andrä wollte Georg Hager weiter wirksam sein. Er bat um eine kleine Pfarre, wo es endlich nichts zu bauen gab. Das wurde ihm versprochen. Dem war aber keineswegs so. So wurde in Ebenau unter anderem der Pfarrhof trocken gelegt, was den Vorgängern nie gelungen war, und viele andere Dinge mussten renoviert und erneuert werden.

Die 65-jährige Tätigkeit des Priesters Georg Hager kann in aller Kürze unmöglich umfassend aufgezeigt werden. Den größten Teil seiner Stärke bewirkte sicher sein in der Familie zugrunde gelegter Glaube. Dass er sich körperlich so fit erhalten konnte, ist wohl seiner Begeisterung für verschiedene sportliche Aktivitäten und seiner großen Liebe zu handwerklichen Tätigkeiten zu verdanken. Wir wünschen Georg Hager Freude an seinen Erfolgen, Gelassenheit und Dankbarkeit für sein reiches Leben und weiterhin alles Gute und Gottes Segen.

 

Foto 1: Vielfältig und reich: Priester Georg Hager blickt auf 65 Jahre Priestertum zurück.

Foto 1: RB/eds

Foto 2: Emsig: Internetseelsorger Georg Hager bei der Arbeit .

Foto 2: RB/Archiv