Ein Sterben voller Hingabe

Eine Skulptur, die symbolisiert, was wir uns im Innersten wünschen, ist neuer Blickpunkt in Mülln.

Salzburg-Mülln. 140 Jahre lag der Müllner Friedhof im Dornröschenschlaf. Im Frühjahr 2017 wurde das 3.000 Quadratmeter große Areal als „Himmels-Terrasse“ wiederbelebt. Seitdem finden dort wieder Begräbnisse statt, Erholungssuchende finden einen Platz der Ruhe mit Aussicht. 

Als neuer Blickpunkt wurde nun eine 1,70 Meter hohe Skulptur, die den Heimgang des hl. Benedikt zeigt, aufgestellt. „Die Figurengruppe ist Symbol für das, was wir uns im Innersten wünschen“, betonte Pfarrer Franz Lauterbacher bei der Enthüllung, „ein Leben mit Ewigkeitswert und in einer Zeit der immer präsenter werdenden Einsamkeit nicht alleine sterben zu müssen.“

Der Künstlerin Elsbeth Bellartz, die für die Skulptur verantwortlich zeichnet, war es ein Bedürfnis, zu zeigen, dass Benedikt seinen Heimgang in voller Gänze, Liebe und Hingabe zu Gott angenommen hat. „Ich habe als Geste dafür die ausgestreckten Arme genommen und für die menschliche Hülle den zu groß gewordenen Mantel, der den darunter sterbenden Benedikt darstellt. In meiner Arbeit wollte ich die Botschaft der Liebe verdeutlichen – auch über die Hände der Brüder, die Benedikt behutsam und voller Losgelöstheit von der irdischen Trauer stützen und im Moment des Dahinscheidens tragen.“

Das Bronzerelief ist auf Stahlpiloten befestigt und wird von hinten indirekt beleuchtet. Nach eingehender Beratung mit Kunstexperten, dem Bundesdenkmalamt und dem Diözesankonservator der Erzdiözese Salzburg war der Entwurf von Bellartz aus den eingereichten Werken ausgewählt worden. Der Pfarrkirchenrat hatte sie daraufhin beauftragt, das Modell vom „Heimgang des heiligen Benedikt“ als großes Relief umzusetzen. 

Die in Seeham lebende Bellartz ist seit 40 Jahren freischaffende Künstlerin. Das Hauptaugenmerk legt sie in Malerei wie Bildhauerei auf Menschen, Tiere und Mythologie.

Pfarre sucht noch nach Spendern  

Ein Drittel der Kosten für die Skulptur ist finanziert, der Rest soll durch Spenden eingebracht werden. Bankverbindung: HYPO Mülln, Stadtpfarramt Mülln, IBAN: AT 84 5500 0002 0400 3872.

Foto: Pfarrer Franz Lauterbacher mit Künstlerin Elsbeth Bellartz vor der neuen Figurengruppe am Müllner Friedhof. Sie zeigt den sterbenden hl. Benedikt, umgeben von seinen Brüdern. Foto: Erzdiözese Salzburg