Ein Zeichen von Gottes Liebe

Wofür brenne ich? Wie kann ich meine Stärken sinnvoll einsetzen? Wenn jeder Mensch wichtig ist und ich wirklich was bewegen kann, wofür will ich mich einsetzen?

Salzburg-Aigen. Diese Fragen haben auch P. Paulus Maria Tautz umgetrieben. Der Deutsche wurde noch einige Jahre vor dem Fall der Mauer 1968 im ostdeutschen Pirna bei Dresden geboren. Erstmal hat er eine Ausbildung als Porzellangestalter in Meißen gemacht. 1989 war es so weit: er dachte, „es muss doch noch mehr geben, wie kann ich meine Stärken wirklich sinnvoll einsetzen“? Daraufhin folgte er einem inneren Ruf und trat bei der katholischen Ordensgemeinschaft der OFM-Franziskaner in Halberstadt ein. 

 

Es folgte ein Studium der Bildenden Kunst in Freiburg. Die Fragen, wo sein Platz ist, und wie er sinn- und gotterfüllt leben könnte, trieben ihn weiter um. 1999 kam der nächste Schritt für P. Paulus. Er wollte noch mehr in die Fußstapfen von Jesus und von Franziskus treten. So trat er in den Orden der Franziskaner der Erneuerung in New York ein. Dort wollte er fortan noch stärker dem Evangelium folgen. Die Frohe Botschaft verbreiten. Wie seine Vorbilder – Jesus und Franziskus von Assisi – entschied er sich, gerade zu denen zu gehen, die niemand in der Gesellschaft mehr will: Zu den Ausgestoßenen – den „Outcasts“. Drogensüchtige, AIDS-Kranke, Arbeits- und hoffnungslose Menschen – das sind die Menschen, die P. Paulus sieht. Mehr noch: er hört sie an. Nimmt sie wahr und ernst. Warum? „Ich möchte ein Zeichen für Gottes Liebe zu den Menschen sein – und sie an Gottes Liebe für sie erinnern. Denn er liebt sie, selbst in den widrigsten Situationen.“

 

P. Paulus kommt am  22. November um 19.00 Uhr zur Premiere des Films „Outcasts – Die Ausgestoßenen“ mit anschließender Diskussion ins Kolleg St. Josef. Der Film zeigt das Wirken und Leben der „Franziskaner der Erneuerung“ und wie sie für die „Outcasts“– also die Ausgestoßenen der Gesellschaft – da sind. Sie kümmern sich um die, die keiner mehr will. Diejenigen, die selbst früher zu den „Ausgestoßenen“ gehörten, haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Film zu drehen. Hinter der Produktionsfirma Grassrootsfilms stehen Männer, die ehemals in einem Haus für Obdachlose lebten. Empfohlen ab 14 Jahren, freier Eintritt, Anm.: Kolleg St. Josef, Gyllenstormstr. 8, Salzburg,Tel. 0662/623417-0, kolleg-st.josef@cpps.at

 

Bildtext: P. Paulus setzt sich in Amerika für die Armen ein. Für die Filmpremiere kommt er nach Salzburg.