Eindrucksvolle Klangfülle

Orgelweihe. 1.473 Pfeifen, 28 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Die Pfarrkirche Bergheim verfügt jetzt über eine besondere „Königin der Instrumente.“

Bergheim. Eine Toccata von Georg Muffat, von 1687 bis 1690 Domorganist in Salzburg, war das erste Stück, das Lukas Wegleitner beim Festgottesdienst zur Orgelweihe auf der neuen Orgel erklingen ließ. Zuvor hatte Erzbischof Dr. Franz Lackner dieses imposante – knapp zehn Tonnen schwere – Instrument geweiht, weil es ganz Gott gewidmet wird.  

 

In seiner Predigt unterstrich der Erzbischof die Bedeutung der Musik für den Glauben und zitierte ein Wort des französischen Komponisten und Organisten Olivier Messiaen: Die Musik trägt uns durch den Mangel an Wahrheit hindurch zu Gott. Franz Lackner illustrierte dies mit einem sehr persönlichen Zeugnis: Seine Mutter habe nach einem schweren persönlichen Schicksalsschlag im Krieg nicht mehr singen können, und habe deshalb auch ihren Kindern nie vorgesungen. Erst gegen Ende ihres Lebens, als sie zum Sterben kam, „auf einmal beginnt sie zu singen. Das war für uns, die Familie, Offenbarung. In der Musik ist auch ein tief tröstliches Element“. 

 

Initiiert hatte die neue Orgel GR Felix Königsberger, von 1993 bis 2016 Pfarrer von Bergheim, Pfarrgemeinderat und Pfarrkirchenrat waren ebenso für das Projekt, wie die vielen Bergheimerinnen und Bergheimer, die es mit ihren Spenden unterstützen. Nach der Innen- und Außenrenovierung der Pfarrkirche in den vergangenen Jahren, der Sanierung des Glockenturms und der neuen Hauptglocke ist mit der Orgel die Erneuerung der Kirche abgeschlossen, freut sich Pfarrer MMMag. Christoph Gmachl-Aher. roi

 

Bildtext: Hoch über den Gläubigen thront die neue Orgel im renovierten Gehäuse der alten Orgel, das unter Denkmalschutz steht. Fotos (2): roi