„Eine neue Dimension“

Andreas Gassner leitet den national und international erfolgreichen Bischofshofener Kammerchor „Vox Cantabilis“ seit seiner Gründung 1990 mit Hingabe

Bischofshofen. Vox Cantabilis ist ein bunt gemischter Generationenchor mit 35 Sängerinnen und Sängern im Alter von 19 Jahren bis 60 plus. 15 Männer und 20 Frauen, ursprünglich alle aus Bischofshofen, mittlerweile vom Flachgau bis in den Oberpinzgau, tragen mit ihren Stimmen und ihrem Engagement diese Gemeinschaft. 

Chorleiter Andreas Gassner ist hauptberuflich Leiter des Kirchenmusikreferats der Erzdiözese Salzburg sowie Kirchenmusiker in Bischofshofen. Er organisiert die Salzburger Orgel- und Kirchenmusikwoche, den Tag des neuen geistlichen Liedes und den Kirchenmusikalischen Herbst und betreut sämtliche Kirchenmusikerinnen und -musiker der Erzdiözese. Gassner ist auch als Komponist tätig: „Ich habe meine Musik immer dem Chor angepasst und komponiere hauptsächlich für die Liturgie in der Bischofshofener Kirche.“ Neben den Kompositionen für den eigenen Chor nahm Gassner auch verschiedene Aufträge entgegen, unter anderem für den Salzburger Hirtenadvent und  das Salzburger Passionssingen. „Das Komponieren sehe ich als eine Ergänzung zum Chorleiten. Da ich weiß, wie mein Chor klingt und wo seine Stärken und Schwächen liegen, kann ich gut für ihn schreiben“, sagt Gassner. 

Begonnen hat Vox Cantabilis mit neuem geistlichen Lied, mittlerweile hat sich sein Repertoire enorm erweitert und die Sängerinnen und Sänger geben geistliche wie weltliche Werke vom 16. bis ins 21. Jahrhundert zum Besten. „Wir pflegen auch das internationale Volksied und singen Spirituals“, erklärt Gassner.

Der Kammerchor Vox Cantabilis singt drei bis vier Konzerte im Jahr – trat bereits in Deutschland, Lettland, Italien, Ungarn, Frankreich, Tschechien, Spanien und Südafrika auf – und gestaltet zusätzlich viele Liturgien in der Pfarrkirche Bischofshofen. Es mache einen großen Unterschied, ob man in einer Kirche oder in einem Veranstaltungssaal singt, so Gassner. „Als Sängerin und Sänger spürt man den Raum, die Energie des Raumes wirkt auf den Chor ein. Die akustischen Verhältnisse sind in Kirchen besser, da öffnet sich die Stimme stärker“, weiß Gassner.

Nächste Konzerthighlights

Auf die nächsten beiden Konzerte freut er sich besonders. Vox Cantabilis singt mit der Camerata Salzburg unter der Leitung von Howard Arman am 12. und 15. September bei der Schubertiade in Bad Gastein. Außerdem bringt der Chor gemeinsam mit dem Kammerchor KlangsCala den „Mohr“, komponiert von Andreas Gassner mit einem Text von Franzobel, am 3. November im Wiener Musikverein zur Aufführung. „Das sind beides ganz große Highlights für uns!“

Die Chorgemeinschaft des Vox Cantabilis geht weit über das gemeinsame Proben und Singen hinaus. „Da gibt es auch Freundschaften, wir treffen uns  auch außerhalb der Proben“, weiß Gassner. Der Chor ist auch schon weit gereist: Reisen von Lettland bis Südafrika stärken die Gemeinschaft. „Das Kennenlernen anderer Menschen und Kulturen prägt uns“, ist Gassner überzeugt.

Ausdruck von Religiosität

Das Schönste an seiner Arbeit sei, wenn man zusammen an einem Werk arbeitet und dann die künstlerische Vorstellung verwirklicht wird. „Gerade bei einem Konzert entsteht im Augenblick der Interpretation eine ganz besondere, fast spirituelle Erfahrung. Wenn man spürt, dass Chor und Dirigent eins sind, entsteht – im besten Fall – ein Flow.“ Immer wieder neue Wege zu gehen, Herausforderungen zu suchen, sei wichtig für jeden Chorleiter.  „Am meisten motiviert mich die künstlerische Ausdrucksweise, die mir als Dirigent ermöglicht wird und die Freundschaften, die inneralb der Singgemeinschaft schon seit 30 Jahren bestehen. Der Chor ist für mich wie eine zweite Familie“, freut sich Gassner.“

„Musik ist für mich Ausdruck von Religiosität. Das Komponieren ermöglicht mir, Emotionen in Musik zu fassen, mich auszudrücken. In der Chorarbeit ist das Zusammenspiel zwischen Dirigenten und Chor essenziell. So werden Gefühle frei, die man im Alltagsleben nicht erreichen kann. Wenn man das schwer Erprobte dann aufführen und loslassen kann, tut sich eine neue Dimension auf“, sagt Gassner.  

Vox Cantabilis hat schon an vielen nationalen und internationalen Wettbewerben teilgenommen und zahlreiche Preise – unter anderem ganze drei Auszeichnungen beim 27. Internationalen Chorwettbewerb in Prag – mit nach Hause genommen.

Andreas Gassner, 1964 in Salzburg geboren, aufgewachsen in St. Johann im Pongau, studierte Konzertfach Orgel, Chorleitung, Kirchliche Komposition  sowie Instrumentalpädagogik am Mozarteum. Er bespielt seit 1982 regelmäßig die Orgel in der Bischofshofener Kirche und ist damals schon als Chorleiter tätig. 1990 gründete er schließlich seinen eigenen Chor, den Kammerchor „Vox Cantabilis“.  

Mitsingen: Andreas Gassner freut sich immer über Nachwuchs – besonders männlichen. „Alle, die gerne singen und unsere Chorarbeit mittragen wollen, sind herzlich eingeladen, zu einer unserer Proben sonntags um 18.30 Uhr im Pfarrhof in Bischofshofen vorbeizukommen.“ Bitte um vorherigen Anruf unter 0676/8746-2305 .   

 

Foto: Die Sängerinnen und Sänger des Kammerchores Vox Cantabilis in Aktion.

Foto: Foto: RB/Vox Cantabilis

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