„Eine richtige Entscheidung“

Jugendliche. Die vorübergehende Schließung der umstrittenen Flüchtlingsunterkunft Drasenhofen war „eine richtige Entscheidung“. 

 

 

Drasenhofen. Das unterstrich der Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien, Klaus Schwertner. Die Jugendlichen übersiedelten in das von der Caritas betriebene Haus St. Gabriel in Maria Enzersdorf. 

Schwertner dankte zugleich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner für ihr „rasches und entschlossenes Handeln“; schließlich müsse das Kindeswohl „weiterhin oberste Priorität“ haben: „Kinder gehören nicht ins Gefängnis und haben in Straflagern mit Stacheldraht nichts verloren. Das sind Jugendliche und keine Schwerverbrecher“, so Schwertner. Zugleich betonte er, dass es caritasseitig ein „engmaschiges Betreuungsnetz“ gebe und Mitarbeiter rund um die Uhr vor Ort seien, die eine „kindgerechte und professionelle Betreuung garantierten“. Daher sei er „zuversichtlich, die Jugendlichen hier gemeinsam mit Freiwilligen in der Gemeinde und den Steyler Missionaren gut unterbringen und begleiten zu können. Sie möchten nach der Aufregung rasch wieder Deutschkurse besuchen und andere Ausbildungen fortsetzen“. 

Ins Rollen gekommen war die Thematik, nachdem Schwertner via Facebook an Mikl-Leitner appelliert hatte, die Einrichtung wegen dramatischer Missstände zu schließen. Die Unterkunft war auf Betreiben des FP-Landesrates Gottfried Waldhäusl (FPÖ) für 14 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet worden und unter anderem mit Stacheldraht umgeben und von Sicherheitsleuten mit Hunden bewacht worden. Waldhäusl hatte dies mehrfach gegenüber Medien verteidigt und darauf hingewiesen, die Einzäunung diene der Sicherheit der Bewohner, bei denen es sich um „auffällig“ gewordene Flüchtlinge handle. 

Mikl-Leitner sagte, Drasenhofen sei „kein Gefängnis“ und ein Stacheldraht habe dort nichts verloren. Es sei ihr „wichtig, dass Flüchtlinge gut untergebracht sind“. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Niederösterreich hatte daraufhin nach einem Lokalaugenschein am Freitag in Drasenhofen die Einrichtung als „nicht geeignet“ eingestuft.  kap

Foto: Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien, forderte die Schließung des umstrittenen Quartiers für minderjährige Flüchtlinge. Foto: RB/Caritas Wien