Einsatz für Kirche und Menschen

Alois Schwarz ist neuer Bischof der Diözese St. Pölten. In seiner Predigt bei der Amtseinführung vergangenen Sonntag versprach er: „Ich will vor allem jenen zuhören, deren Stimme gewöhnlich übertönt wird und ihnen meine Stimme schenken.“

St. Pölten. „Ich versichere Ihnen: Ich werde mich mit all meinen Kräften einsetzen für die Kirche in diesem Land und die Menschen in all ihren Bedrängnissen und Nöten“, betonte Bischof Alois Schwarz bei der feierlichen Amtsübernahme im St. Pöltner Dom. Er wolle „auf die Menschen zugehen, mit ihnen Gott suchen und dann auf die Welt schauen“. Für seinen bischöflichen Dienst seien ihm Worte von Papst Franziskus wichtig, wonach sich ein Bischof bisweilen an die Spitze stellen muss, „um den Weg anzuzeigen“. Andere Male wiederum werde er einfach inmitten aller sein „mit seiner schlichten und barmherzigen Nähe“, und bei einigen Gelegenheiten werde er „hinter dem Volk hergehen, um denen zu helfen, die zurückgeblieben sind, und – vor allem – weil die Herde selbst ihren Spürsinn besitzt, um neue Wege zu finden“. 

Die Begleitmusik zu seinem Start als Bischof von St. Pölten sei leider auch von „verschiedenartigen Tönen“ begleitet worden, räumte Schwarz ein. Dies schmerze ihn und er bedauere sehr, „dass dadurch auch Verwirrung herrscht“. Er danke zugleich allen, „die für mich gebetet haben und weiter beten“. Er bitte die Menschen in der Diözese St. Pölten um ihr Vertrauen.  

Sorge um arbeitsfreien Sonntag 

Bischof Schwarz sprach in seiner Predigt zahlreiche Themen an, in denen Verantwortungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft inklusive der Kirche gefordert seien. Dies betreffe etwa den Umweltschutz und ein nachhaltiges Wirtschaften. Dabei brach der Bischof einmal mehr eine Lanze für den arbeitsfreien Sonntag und zeigte sich besorgt über aktuelle Entwicklungen: „Werden die allermeisten Menschen in diesem Land weiterhin am Sonntag gemeinsam ruhen und den Tag des Herrn heiligen können, damit er zum Segen für alle wird?“, so Schwarz, der festhielt: „Wir brauchen geschützte freie Zeiten, damit wir das Leben feiern können.“ Auch auf die Fragen Asyl und internationale Solidarität verwies Schwarz.

„Geben wir dem Denken und dem Tun, dem Glauben und dem Beten, der Hoffnung und den Träumen Heimat in der Kirche in Nieder-österreich, in der Kirche in der Diözese St. Pölten“, schloss der neue Diözesanbischof seine Predigt.   

Mit dem neuen St. Pöltener Bischof Alois Schwarz feierte Kardinal Schönborn den Gottesdienst. Schönborn steht als Erzbischof der Wiener Kirchenprovinz vor, zu der auch die Diözese St. Pölten gehört. Weitere Konzelebranten am Altar waren der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, der Linzer Bischof Manfred Scheuer, der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics sowie Weihbischof Anton Leichtfried. Insgesamt feierten 21 Bischöfe, 10 Äbte, 1 Ordensprovinzial und 5 Ordensoberinnen mit. Als Spitzenvertreter von Bund und Land nahmen Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner an der Feier teil. Mikl-Leitner begrüßte den neuen Bischof als „Hoffnungsträger“. Die Kollekte beim Gottesdienst kommt je zur Hälfte dem Mutter-Kind-Haus der Caritas in St. Pölten sowie Hilfsprojekten in Syrien zugute, die von der „Initiative Christlicher Orient“ (ICO) verantwortet werden. Das Hilfswerk mit Sitz in Linz ist unter anderem in Aleppo und Homs aktiv. „Syrien braucht unsere Hilfe, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben und ihr Land wieder aufbauen können“, erklärte Schwarz dazu im Vorfeld der Amtsübernahme. In seinen Dankesworten zum Ende des Gottesdienstes betonte Bischof Alois Schwarz, dass er sich freue, nun gemeinsam mit Metropolit Kardinal Christoph Schönborn „auf dieses Land schauen zu können“. 

Fotos (Diözese St. Pölten): Übergabe des Hirtenstabs von Bischof Klaus Küng an seinen Nachfolger Alois Schwarz. In seinen Begrüßungsworten sagte Schwarz, er freue sich und sei dankbar für das Vertrauen, die ihm entgegengebrachte Freude und das Gebet. 

Festgottesdienst im St. Pöltner Dom.