Elfenbein, Alabaster & Co

Wunderkunst. Die vom Dommuseum betreute  Sonderausstellung geht in die Verlängerung. Noch bis 11. November ist Erlesenes aus der Kunstkammer Würth im DomQuartier zu bestaunen. 

Salzburg. „Die Sonderausstellung erfährt bedeutenden Zulauf und stößt auf großes Interesse“, begründet Dommuseum-Direktor Reinhard Gratz die Maßnahme. Eine derartige Sonderausstellung sei ein großer Aufwand. Mit der Verlängerung wird man diesem einerseits gerecht und ermöglicht zudem im laufenden Museumsherbst noch den Besuch der exquisiten Schau im Nordoratorium des Salzburger Doms. 

Die Ausstellung zeigt überwiegend Werke des 17. Jahrhunderts, darunter fantasievoll gestaltete Pokale und Trinkgefäße aus Silber und anderen kostbaren Materialien. Die Schnitzereien aus Elfenbein, Alabaster und Buchsbaum stammen von bedeutenden Meistern ihrer Zeit wie Leonhard Kern, Georg Petel und Matthias Steinl. Solche mit höchster Kunstfertigkeit hergestellten Sammlerstücke dienten einst der fürstlichen Repräsentation und wurden in „Kunstkammern“ aufbewahrt.

Salzburgs Beispiel ist die ehemalige fürsterzbischöfliche Kunstkammer aus dem 17. Jahrhundert im südlichen Dombogen des DomQuartiers. Bei der Gründung des Dommuseums 1974 wurde dieser Raum als Kunst- und Wunderkammer neu eingerichtet. „Die Ausstellung im Nordoratorium ergänzt  vorzüglich den weitgehend erhaltenen Raum einer historischen Kunstkammer“, freut sich der Direktor und verrät: „Wir zeigen hier auch Spitzenwerke sakraler Kunst.“

Umbau nötig

Den Direktor beschäftigt die ein oder andere finanzielle Sorge: „Sonderausstellungen gehen ins Geld“, sagt der Kunsthistoriker. „Die öffentliche Hand zieht sich immer mehr zurück. Wenn der Trend anhält, kann sich das Dommuseum in Zukunft keine Sonderausstellungen mehr leisten.“ Das Museum brauche zudem dringend ein neues Depot, und auch der Umbau des Südoratoriums sei unumgänglich. Eine Heizung soll eingebaut und die Technik erneuert werden. Es gebe hierzu bereits ein Konzept, das auch die Neugestaltung der Dauerausstellung umfasst: „Die Geschichte der Erzdiözese soll stärker berücksichtigt werden.“ Die Kosten belaufen sich auf circa 700.000 Euro. Gratz schwebt eine Umsetzung bis zum 50-Jahr-Jubiläum des Dommuseums 2024 vor. lsg

Foto: Trinkschiff auf Rädern. Mit Wein gefüllt, wurde dieser originelle Schiffspokal über den Tisch gerollt und für Trinkspiele genutzt. Esaias zur Linden, 16. Jahrhundert. Foto: Dommuseum