EM-Serie

„Der Glaube ist etwas sehr Intimes“

Sebastian Prödl. Österreichs Verteidiger versah in der steirischen Heimat den Ministrantendienst. Der Fußballprofi erzählt hier, wie in der Mannschaft mit den verschiedenen Religionen der Spieler umgegangen wird.

RB: Sie waren in Ihrer Kindheit in Kirchberg Ministrant. Welche Erinnerungen haben Sie daran?
Sebastian Prödl: Ich war ja einige Jahre Ministrant und habe viele gute Erinnerungen mitgenommen. Mit meinem Bruder, Cousin und Freunden waren wir eine enge Gemeinschaft und hatten auch manchmal viel Spaß.

RB: Welchen Stellenwert hat der Glaube in Ihrem Leben?
Prödl: Der Glaube hat einen Stellenwert in meinem Leben, aber das ist sehr intim und persönlich. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, ob er glaubt.

RB: In Ihrer Fußballmannschaft gibt es Mitspieler, die verschiedenen Religionsgemeinschaften angehören. Ist Religion ein Thema?
Prödl: Das ist in der Kabine selten ein Thema. Aber wir haben in der Mannschaft viele verschiedene Religionen und es geht immer sehr tolerant zu. Bei uns wird jeder Glaube akzeptiert.

RB: Manche bezeichnen „ihren“ Verein als Religion. Welche Parallelen sehen Sie?
Prödl: Da gibt es sicher Gemeinsamkeiten. Die Fans glauben an ihre Mannschaft und bilden eine Gemeinschaft, mit der sie sich identifizieren können.

RB: Wie wird das österreichische Fußballnationalteam bei der EM abschneiden?
Prödl: Das hängt von sehr vielen Faktoren ab und lässt sich daher nur schwer voraussagen.

Verteidiger Sebastian Prödl (von SK Sturm Graz in die englische Premier League zu FC Watford gewechselt) zeigt bei den Spielen des österreichischen Nationalteams – wie hier beim letzten EM-Testspiel gegen die Niederlande am 4. Juni – vollen Einsatz.  Foto: GEPA pictures