Ermutigend und bestärkend

„Amoris laetitia. Über die Liebe in der Familie“ – so lautet der Titel des Papstschreibens, das im Vatikan von Kardinal Christoph Schönborn und Kardinal Lorenzo Baldisseri im Vatikan präsentiert wurde. Das 189-Seiten-Papier ist der offizielle Schlusspunkt zur Familiensynode.

Vatikan. Wie Kardinal Schönborn am Rande der Präsentation betonte, warne der Papst in dem Schreiben vor „billigen Lösungen“, wie sie in einer laxen Auslegung der kirchlichen Normen ebenso bestünden wie in einer allzu rigorosen: „Es gibt die klare Linie des Wortes Gottes, die muss immer in Erinnerung gerufen werden. Und dann gibt es das Hinschauen auf konkrete Situationen, und hier gibt es solche, wo die Hilfe der Sakramente berechtigt ist und ihren Platz hat.“ Zugleich verwies Schönborn auf die seit rund 15 Jahren in der Erzdiözese Wien bewährte seelsorgliche Praxis der „Fünf Aufmerksamkeiten“ im Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen – eine Praxis, die nun durch das päpstliche Dokument sozusagen weltkirchlich geadelt wurde. Die „Aufmerksamkeiten“ stellen eine Art Leitfaden des seelsorglichen, behutsamen Umgangs mit der Situation Wiederverheirateter dar – von Fragen des Situation der Kinder über die Schuldfrage, die Frage der Aussöhnung bis hin zur Gewissensprüfung. All diese Fragen und Aspekte betone auch Papst Franziskus „in sehr großer Lebensnähe und Aufmerksamkeit“.

„Auf die Menschen zugehen“

Als eine Fortsetzung des „lebensnahen Weges“, der mit der Familiensynode eingeschlagen wurde, wertet der Feldkircher Bischof Benno Elbs das nachsynodale Schreiben. Er war als Vertreter der Österreichischen Bischofskonferenz bei der Bischofsversammlung im vergangenen Oktober dabei. Der Grundton sei „ermutigend, einladend und bestärkend“. Der Papst unterstreiche die Aufgabe der Kirche, auf die Menschen zuzugehen. Für die „heißen Eisen“ bedeutet das laut Elbs, dass Papst Franziskus auch hier den Weg der Integration vorschlägt. Wiederverheiratete Geschiedene zum Beispiel sollten „sich nicht nur als nicht exkommuniziert fühlen, sondern können als lebendige Glieder der Kirche leben und reifen, indem sie diese wie eine Mutter empfinden, die sie immer aufnimmt“, zitierte Elbs den Papst.
kap

Das Schreiben im Wortlaut finden Sie im Internet: www.vatican.va

Kardinal Christoph Schönborn stellte im Vatikan gemeinsam mit Kardinal Lorenzo Baldisseri, dem Synoden-Generalsekretär, das nachsynodale Schreiben „Amoris laetitia“ von Papst Franziskus vor. Foto: kathpress/Wuthe