Erstes Hospiz für Obdachlose

In Graz nimmt diese Woche das österreichweit erste Hospiz für obdachlose Menschen seinen Betrieb auf. Errichtet wurde es von der Ordensgemeinschaft der Elisabethinen beim Vinzidorf in der Pfarre St. Leonhard.

St. Leonhard. Durch das „VinziDorf-Hospiz“ wird erstmals für obdachlose Menschen am Lebensende eine medizinisch-pflegerische Versorgung in einem gewohnten Umfeld möglich. Zur Eröffnung und Segnung wurden unter anderem Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer erwartet. Die Patenschaft für das Hospiz, dessen Betrieb durch Spenden ermöglicht wird, hat die ehemalige steirische Landeschefin und Dachverband „Hospiz Österreich“-Präsidentin Waltraud Klasnic übernommen.


Für das neue Hospiz mit zwei Betten wurde in den vergangenen Monaten ein in enger Nachbarschaft zum Vinzidorf liegendes Gebäude der Pfarre St. Leonhard umgebaut. Die Einrichtung steht Männern wie Frauen offen, die keinen Wohnsitz haben oder in einer Grazer Obdachloseneinrichtung gemeldet sind. Die Basisversorgung der Menschen mit unheilbaren Erkrankungen wird über eine 24-Stunden-Betreuung organisiert, die Fachpflege übernehmen Pflegekräfte der seit 1998 bestehenden Palliativstation des Elisabethinen-Krankenhauses. Neben regelmäßigen Visiten stehen weitere Mediziner ehrenamtlich auf Abruf bereit.


Es ist der ureigenste Auftrag der Elisabethinen, sich um Arme und Kranke zu kümmern. „Aus dieser Aufgabe kommt unsere Kraft, auf die Nöte des Hier und Jetzt zu reagieren“, sagt die Generaloberin des Konvents der Elisabethinen in Graz, Mutter Bonaventura Holzmann. Das „VinziDorf-Hospiz“ sei eine „Herzenssache der Elisabethinen“, betont die Ordensfrau: „Unsere Berufung leben wir ganz konkret, indem wir für Menschen da sind.“ Im neuen Hospiz fließe die Erfahrung aus der Begleitung von Menschen mit unheilbaren Erkrankungen in der Palliativstation des Grazer Elisabethinen-Krankenhauses mit der Expertise der VinziWerke in der Betreuung obdachloser Menschen zusammen, betonen die Verantwortlichen. Zur Finanzierung des laufenden Betriebs mit Personal, Essen und medizinischen Produkten werden weiter Spenden benötigt. kap

 

Bildtext: Obdachlose Menschen am Lebensende erhalten im Grazer Hospiz mit zwei Betten medizinisch-pflegerische Versorgung. Foto: kathbild/Rupprecht