Es kann jeden treffen

Plötzlich ist nichts mehr wie vorher und der Alltag komplett auf den Kopf gestellt: durch Arbeitslosigkeit, Scheidung oder wie bei Herrn B. durch eine schwere Erkrankung, die neben den Sorgen um das eigene Leben Auswirkungen auf die ganze Familie hat – emotional und finanziell. Eine Entlas-tung im Alltag war in diesem Fall die Familienhilfe der Caritas.  

Salzburg/Tirol. Es war der „Supergau“ für den Mittdreißiger: Herz- und Schlaganfall, wochenlanger Spitalsaufenthalt mit einer Herzoperation und anschließender Reha-Aufenthalt, während daheim drei kleine Kinder von einem Tag auf den anderen ohne den Papa auskommen mussten. „Erschwerend kam hinzu, dass meine Frau auch nicht zu 100 Prozent belastbar war“, so Herr B., der erzählt, dass ihre Medikamenteneinstellung nach einer Erkrankung noch nicht abgeschlossen war. Die Belastung sei trotz der Unterstützung aus dem nächsten Umfeld auf Dauer zu groß gewesen. Die Familienhelferin der Caritas, die dann mehrmals die Woche kam, war ein Lichtblick.  „Sie hat alles gemacht, was so angefallen ist wie das Kochen und sie hat auf die Kinder geschaut.“  Diese Hilfe habe dazu beigetragen, dass die Alltagsroutine halbwegs  weiterlaufen konnte – und das in Monaten, in denen es nicht an Prüfungen mangelte. Neben der physischen Abwesenheit des Vaters war auch der Wegfall des Hauptverdieners ein Problem. „Nach einiger Zeit mussten wir mit dem Krankengeld auskommen, das heißt mit deutlich weniger. Die Verpflichtungen wie der Kredit für das Haus aber blieben und dazu kamen noch Therapiekosten.“ Nur mit zahlreichen Einschränkungen, einer Vereinbarung mit der Bank und Einkäufen bei der Tafel in Mattsee, die das Haushaltsbudget schonten, sei es finanziell zu stemmen, erklärt Herr B. 

Heute, nach einem Jahr mit den größtmöglichen Herausforderungen, die das Leben bereithalten kann, ist er zuversichtlich. Eine zweite Reha steht bevor und mit ihr „hoffentlich weitere Fortschritte“. Noch gebe es Lücken im kognitiven Bereich und in der Feinmotorik der linken Hand. Schritt für Schritt möchte er in seinen Job im Vertrieb und Management zurückkehren. 

Damit es wieder bergauf geht 

Die Unterstützung der Caritas hat viele Gesichter und reicht von der Familienhilfe bis zu den Lerncafés. „Als Caritas unterstützen wir in unseren Sozialberatungsstellen in Salzburg und dem Tiroler Unterland jährlich 2.500 Menschen, die aufgrund finanzieller, sozialer oder gesundheitlicher Probleme Unterstützung benötigen. So werden unter anderem auch Zuschüsse für Energiekosten oder für medizinischen Bedarf gewährleistet“, berichtet Caritas-Direktor Johannes Dines. Er verweist auch darauf, dass viele Angebote wie Gesundheitsprävention für Kinder oder Projekte für arbeitslose oder wohnungslose Menschen langfristig der Armut entgegen wirken.“

Foto (J. Weismann/Caritas): Die Caritas hilft Menschen in Not und Ausnahmesituationen. Diesem Rupertusblatt liegt ein Zahlschein bei – mit Ihrer Spende können Menschen neue Kraft sammeln.

 

Hintergrund

Robert Buggler stellt in einer Studie für die Caritas das Einkommen in ein klares Verhältnis zur Gesundheit.

Wer finanziell schlecht gestellt ist, zieht auch in gesundheitlichen Belangen den Kürzeren. Eine aktuelle Studie der Caritas bestätigt das auch erstmals in Zahlen für das Bundesland Salzburg. 

- Die Gesundheit hängt engt mit der sozio-ökonomischen Situation zusammen. Dazu zählen materielle Aspekte (Wohnen, Einkommen), psycho-soziale Faktoren (Rückhalt in der Familie, Freunde) oder subjektive Verhaltensweisen (Ernährung, Bewegung).

- 15 Prozent der Salzburger Bevölkerung oder 82.000 Personen sind von Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung betroffen.

- Laut Armutserhebung geben 8 Prozent der Salzburger an, über einen schlechten bzw. sehr schlechten Gesundheitszustand zu verfügen (32.000 Personen). Armutsgefährdete sind hier (österreichweit) mit 13 Prozent überrepräsentiert.

- Das Soziale ist die beste Medizin! Neben Armutsbekämpfung betrifft das vor allem die Leistbarkeit der Gesundheitsversorgung, die Optimierung der Zugänge zum Gesundheitssystem oder die Verbesserung der Gesundheitsressourcen bzw. -kompetenzen.

 

TIPP: Der Welttag der Armen am traditionellen Elisabethsonntag, 18. November,  zeigt die vielen Facetten von Armut. 

∗ In der Pfarre Salzburg-Herrnau findet um 9.30 Uhr ein Caritas-Gottesdienst statt. 

∗ Mit der Aktion „Gabenkorb“ werden am Elisabethsonntag Lebensmittelspenden für Bedürftige in den Pfarren gesammelt. 

∗ Mehr Infos unter www.caritas-salzburg.at