Essen und Lernen im „Haus des Alphabets“

Die Caritas Salzburg unterstützt das Vorschulprojekt Beth Aleph im Libanon

Beirut/Salzburg. Beth Aleph – das „Haus des Alphabets“ im libanesischen Beirut ist für Kinder von Flüchtlingen und der zahlreichen afrikanischen oder asiatischen Arbeitsmigrantinnen im Land eine der wenigen Chancen auf Bildung.  Die Auslandshilfe der Caritas Salzburg unterstützt das Vorschulprojekt seit langem. 

 „Ohne die tägliche warme Mahlzeit in Beth Aleph und die Lebensmittelpakete der Caritas könnten meine Kinder  nicht überleben“, betont Fatima. Fatima kam aus Sri Lanka in den Libanon und hoffte mit einer Anstellung als Haushaltshilfe auf ein besseres Leben. Doch ihr Arbeitgeber beutete sie aus und bezahlte sie nicht. Sie lief davon und ist seitdem illegal im Land. Heute lebt sie mit ihren Kindern Nirma und Rayan sowie einem Ziehsohn in zwei heruntergekommenen Zimmern. Damit sie dieses Dach über dem Kopf behalten kann, putzt Fatima täglich das Gebäude mit 30 Wohneinheiten. Lohn gibt es dafür nicht. In dieser Situation ist es für die Frau unmöglich, den Kindern eine gesunde, ausgewogene Ernährung zu bieten. Deshalb ist die Schulausspeisung in Beth Aleph überlebenswichtig.  Rund 130 Mädchen und Buben zwischen drei und sieben Jahren aus 16 Nationen erhalten ein warmes Mittagessen. Sie können im „Haus des Alphabets“ auch ihren Bildungshunger stillen. Das spielerische Lernen ist für die Kleinen das Ticket zum späteren Eintritt in den Regelschulbetrieb im Libanon. Die Eltern sind meist illegal im Land, rechtlos, ausgebeutet und ohne Dokumente für sich oder ihren Nachwuchs. Ein Umstand, der vieles und vor allem den Schulbesuch zum Problem macht: keine Papiere, kein Zugang zu Bildung. Die Sozialarbeiterinnen der Caritas kümmern sich darum, begleiten die Eltern zu Ämtern oder organisieren bei Bedarf rechtlichen Beistand. 

Neuer, größerer Platz zum Kindsein 

Die Warteliste in Beth Aleph ist lang. Immer wieder müssen  Kinder aufgrund der fehlenden Kapazitäten abgelehnt werden.„Nun steht eine leerstehende Schule zur Verfügung, die mehr Raum und eine sichere Umgebung bietet. Doch das Schulhaus ist renovierungsbedürftig. Für die Finanzierung braucht es  unbedingt die Unterstützung aus Salzburg“, erklärt Claudia Prantl, Leiterin des Bereiches Auslandshilfe in der Caritas Salzburg. Spenderinnen und Spender können schon mit 25 Euro einen Monat lang den Betreuungsplatz eines Kindes sichern oder mit 60 Euro die Wandfarbe zum Streichen aller Klassenräume finanzieren. 

Fotos: Gemeinsam lachen, spielen, essen und lernen – das macht Beth Aleph in Beirut für Kinder aus armen Migranten- und Flüchtlingsfamilien wahr. / Fotos: Caritas Salzburg