Evangelium und Lesungen

10. Sonntag im Jahreskreis

Evangelium: Lk 7, 11–17

In jener Zeit ging Jesus in eine Stadt namens Nain;
seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten ihm.
Als er in die Nähe des Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus.
Es war der einzige Sohn seiner Mutter,
einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie.
Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr
und sagte zu ihr: Weine nicht!
Dann ging er zu der Bahre und fasste sie an.
Die Träger blieben stehen, und er sagte:
Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!
Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen,
und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück.
Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen
Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten:
Gott hat sich seines Volkes angenommen.
Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa
und im ganzen Gebiet ringsum.

1. Lesung: 1 Kön 17, 17–24

In jenen Tagen erkrankte der Sohn der Witwe,
bei der Elija wohnte. Die Krankheit verschlimmerte sich so,
dass zuletzt kein Atem mehr in ihm war.
Da sagte sie zu Elija: Was habe ich mit dir zu schaffen,
Mann Gottes? Du bist nur zu mir gekommen, um an meine
Sünde zu erinnern und meinem Sohn den Tod zu bringen.
Er antwortete ihr: Gib mir deinen Sohn! Und er nahm ihn
von ihrem Schoß, trug ihn in das Obergemach hinauf,
in dem er wohnte, und legte ihn auf sein Bett.
Dann rief er zum Herrn und sagte: Herr, mein Gott,
willst du denn auch über die Witwe, in deren Haus
ich wohne, Unheil bringen und ihren Sohn sterben lassen?
Hierauf streckte er sich dreimal über den Knaben hin,
rief zum Herrn und flehte: Herr, mein Gott, lass doch
das Leben in diesen Knaben zurückkehren!
Der Herr erhörte das Gebet Elijas. Das Leben kehrte
in den Knaben zurück, und er lebte wieder auf.
Elija nahm ihn, brachte ihn vom Obergemach
in das Haus hinab und gab ihn seiner Mutter
zurück mit den Worten:
Sieh, dein Sohn lebt. Da sagte die Frau zu Elija:
Jetzt weiß ich, dass du ein Mann Gottes bist
und dass das Wort des Herrn wirklich in deinem Mund ist.

2. Lesung: Gal 1, 11–19

Ich erkläre euch, Brüder: Das Evangelium, das ich verkündigt
habe, stammt nicht von Menschen;
ich habe es ja nicht von einem Menschen übernommen
oder gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi empfangen.
Ihr habt doch gehört, wie ich früher als gesetzestreuer
Jude gelebt habe, und wisst, wie maßlos ich die Kirche Gottes
verfolgte und zu vernichten suchte.
In der Treue zum jüdischen Gesetz übertraf ich die
meisten Altersgenossen in meinem Volk, und mit dem
größten Eifer setzte ich mich für die Überlieferungen meiner Väter ein.
Als aber Gott, der mich schon im Mutterleib auserwählt
und durch seine Gnade berufen hat, mir in seiner Güte
seinen Sohn offenbarte, damit ich ihn unter den Heiden
verkündige, da zog ich keinen Menschen zu Rate;
ich ging auch nicht sogleich nach Jerusalem hinauf
zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog
nach Arabien und kehrte dann wieder nach Damaskus zurück.
Drei Jahre später ging ich hinauf nach Jerusalem,
um Kephas kennen zu lernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm.
Von den anderen Aposteln habe ich keinen gesehen,
nur Jakobus, den Bruder des Herrn.