Fastengedanken von Weihbischof Hansjörg Hofer

Anfangen

Mit dem Aschermittwoch hat im Ablauf des Kirchenjahres wieder ein neuer Zeitabschnitt angefangen: und zwar die 40-tägige Fastenzeit.

Apropos anfangen! Dieses Wort ist der Schlüssel zu einem gelungenen Leben. Denn es fängt immer etwas an: der Tag, die Woche, das Jahr, das Kirchenjahr, die Schule, die Berufszeit, die Fastenzeit. 

Entscheidend aber ist, dass ich  anfange und dass ich jetzt anfange! Sonst gelingt und ändert sich nichts in meinem Leben. Dass ich anfange, mich neu auf Jesus hin auszurichten und mit sensiblen Augen auf meine Mitmenschen und ihre Nöte und Bedürfnisse zu schauen. „Denn jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung“, schreibt Paulus an die Christen in Korinth (2 Kor 6, 2)! 

Aber nicht nur der ganz bewusste Anfang ist entscheidend, sondern genauso, dass ich mit Ausdauer, Entschiedenheit und Konsequenz, mit Treue und Hingabe dranbleibe und dabei das Ziel nicht aus dem Auge verliere. Und was ist das Ziel der Fastenzeit? Es heißt Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu und des neuen Lebens. Mit Jesus und seinen Aposteln diesen Weg der Lebenshingabe, der über das Kreuz zur Herrlichkeit führt, zu gehen und sich dabei immer wieder vom Herrn in Frage stellen und korrigieren zu lassen, ist die Herausforderung dieser Wochen. 

Weil wir nur zu gut wissen, dass Gott das Wollen und das Vollbringen schenkt, bitten wir ihn um seine spürbare Wegbegleitung. Denn ohne seine Hilfe und sein Entgegenkommen wäre mein Wollen und Bemühen vergebens.