Festtag für Erzdiözese

„Glaube ist kein Privatereignis. Dafür möchte diese Basilika ein Zeichen sein.“ Das betonte Erzbischof Franz Lackner beim Festgottesdienst am Mariä Himmelfahrtstag, mit dem die Erhebung der Pfarrkirche Maria-pfarr zur Basilika gefeiert wurde.

Mariapfarr. Ehrengäste aus nah und fern waren gekommen, Gemeindemitglieder aus den zur Pfarre gehörigen Gemeinden St. Andrä, Göriach und Weißpriach, 20 Vereine, vier Feuerwehren, drei Musikkapellen, an die 50 Ministranten. Dem Gottesdienst stand Erzbischof Franz Lackner gemeinsam mit Alt-Erzbischof Alois Kothgasser und Weihbischof Hansjörg Hofer vor.

An diesem Festtag gelte es zu erinnern, betonte der Erzbischof in seiner Festpredigt: „Pflegen wir die Sehnsucht nach Gott an einem Ort, wo Christen nachweislich seit dem 9. Jahrhundert und vermutlich schon früher zusammengekommen sind, in einer Zeit, wo wir die lebensdienliche Kraft des Glaubens mehr und mehr verlieren.“ Es gelte auch an die Zukunft zu denken, mit einem wachsamen Herzen für das, was kommen mag: „Was hat die Kirche zu geben, was die Welt nicht geben kann?“ Arm und Reich, Alt und Jung, Wichtige und Unwichtige an einem Ort zusammenzubringen – das schaffe nur Kirche, so Erzbischof Lackner. „Glaube ist ein tief theologisches menschlich-göttliches Ereignis. Ich kann nur glauben, weil andere vor mir geglaubt haben, weil andere mit mir gemeinsam glauben und andere nach mir glauben werden. Glaube ist kein Privatereignis. Dafür möchte diese Basilika ein Zeichen sein.“

Der Erhebung zur Basilika waren umfangreiche Vorarbeiten vorausgegangen. Unterstützung hatte Pfarrer Bernhard Rohrmoser bei seinem Vorhaben stets von den Erzbischö-fen erfahren, zuerst Alois Kothgasser, später Franz Lackner. Nach der definitiven Einreichung der Unterlagen am 20. Oktober 2017 hatte es nur vier Monate gedauert, bis das Ja aus Rom kam. Die Lungauer Mutterkirche ist neben Maria Plain im Flachgau (seit 1951) und Mariathal im Tiroler Unterland (seit 2009) nun eine von drei Basiliken in der Erzdiözese. „Die Erhebung ist ein Grund zum Feiern. Aber sie ist auch eine neue Herausforderung, eine Verantwortung. Sie ruft uns auf zur sichtbaren Dokumentation unseres Glaubens“, sagte Pfarrer Rohrmoser. Er hofft nun auf die Belebung der Wallfahrt, die ab dem 13. Jahrhundert, besonders aber ab 1400 bis zur Jahrtausendwende eine Blütezeit erlebt hatte. sab

Fotos (sab): Die Front der Basilika zieren nun das erzbischöfliche und das päpstliche Wappen.

An die 50 Minis waren im Einsatz: auch Franziska, die ihren 9. Geburtstag feierte.

Erzbischof Franz Lackner (r.) übergibt Pfarrer Bernhard Rohrmoser das Dekret aus Rom, das die Mariapfarrer Kirche zur Basilika erklärt.

Ehrengäste aus nah und fern: LH Wilfried Haslauer, Alt-Erzbischof Alois Kothgasser, Bgm. Franz Doppler, Erzbischof Franz Lackner, Pfarrer Bernhard Rohrmoser und Weihbischof Hansjörg Hofer (v. l.).