Frühe Anfänge

Historisch. Nach der letzten großen Renovierung 1989 wurde in der Pfarrkirche Koppl im Sommer die Innenrenovierung angegangen. Die Arbeiten brachten Interessantes zutage.

Koppl. In der Apsis wurde der 1981 verlegte Teppichboden mit der Stufenerhöhung beim Volksaltar abgetragen, der 1914 verlegte Klinkerboden entfernt und ein neuer Marmorboden auf einer Ebene verlegt. Der Marmorboden brauchte einen neuen Bodenaufbau – die Arbeiter gruben etwa 50 Zentimeter unter den Klinkerboden. „Bei den Abgrabungen, die unter archäologischer Aufsicht stattfanden, kamen die Strukturen eines Vorgängerbaus zum Vorschein. Dieser war etwas kleiner und um etwa 5 bis 7 Grad nach Nordosten verschwenkt. Aufgrund dieser historischen Umstände erscheint die Errichtung einer ersten Kirche in Koppl ab dem Mittelalter (12./13. Jahrhundert) als möglich“, freut sich Pfarrkirchenratsobmann Matthias Bahngruber. 

Außerdem wurde die Raumschale der Kirche vom Schmutz befreit und bekam einen neuen Kalkanstrich. Statuen, Bilder und Altäre wurden restauriert, Sakristei, Priestergrab und Eingangsbereich neu ausgemalt. Pfarrer Rudolf Weberndorfer gestaltete einen neuen Ambo aus Holz in Anlehnung an den Volksaltar. Die elektrischen Leitungen mit Schaltschrank wurden neu installiert und die Steuerungen für die Glocken und die Kirchenuhr repariert. Die Kirchenbänke erhielten neue Stoffbezüge und die Knieschemel einen Lederüberzug. 

Während der Bauarbeiten fanden die Gottesdienste im Pfarrsaal und manche Feste unter freiem Himmel statt. Bemerkenswert: Rund 1.300 Stunden leistete die Pfarrbevölkerung ehrenamtlich. Damit konnten die kalkulierten Re-novierungskosten von 100.000 Euro eingehalten werden. jup

Foto: Bei Ausgrabungen in der Apsis machten die Arbeiter – rund um Alois Steinböck, örtlicher Bauleiter Pfarre Koppl, 2. v. r. – interessante Funde. Foto: Fa. ARDIG, Hampel