Für ein Leben in Würde

Mit Kleinkrediten ermöglicht die Caritas Familien in Ägypten ein Leben in Würde in ihrer Heimat. Die ausgezahlten Gelder fließen in kleine Geschäfte oder in die Anschaffung von Tieren. „In der ländlichen Region um Alexandria erwirtschaften sich Kleinbäuerinnen mit ihren Ziegen oder Hühnern ein eigenes Einkommen“,  erklärt Claudia Prantl. Die Leiterin der Salzburger Caritas-Auslandshilfe berichtet auch, dass die Frauen bei der Rückzahlung sehr verlässlich sind. „Damit können wir dann wieder weitere Frauen unterstützen.“ 

Alexandria/Salzburg. Ne‘ama ist 31 Jahre alt und lebt in Abis, einem Dorf unweit der Metropole Alexandria. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne und eine Tochter. Die Ausbildung ihrer Kinder ist ihr wichtig. Doch der Lohn ihres Mannes reichte nicht aus. Ein Kredit der Caritas ermöglichte es der dreifachen Mutter Ziegen anzuschaffen. Mit dem Verkauf der Milch und des selbsthergestellten Käses kann Ne‘ama jetzt das Familieneinkommen aufbessern und der Schulbesuch ist gesichert. Und: Ne‘amas Kinder freuen sich mittlerweile über Ziegennachwuchs.

Kredite zu fairen Konditionen 

Die beiden Ziegen von Ne‘ama sind nicht die einzigen „tierischen Betriebsmittel“, in die die Caritas im Vorjahr investierte. Auf der Liste für 2017 stehen insgesamt 836 Hühner, 358 Enten, 6 Truthähne, 35 Tauben, 3 Gänse, 2 Hasen, 22 Ziegen, 11 Büffel und 7 Schafe. Sie alle sind für  ihre BesitzerInnen Zukunfts-chancen. Rund 30 Prozent der ägyptischen Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze und somit von weniger als zwei US-Dollar pro Tag. Von Banken bekommen diese Menschen keinen Kredit. „Dann springt die Caritas ein. Wir vergeben durchschnittlich 300-Euro-Darlehen. Damit bauen sich die Leute eigene Existenzen als Schuster, Obsthändler, Schneiderin oder eben als Kleinbäuerin auf“, erzählt Prantl von der Caritas Salzburg, für die das Kleinkrediteprogramm eine „wirksame Strategie zur Armutsbekämpfung“ darstellt.  Sie verweist auch darauf, dass die Caritas-MitarbeiterInnen vor Ort die GründerInnen intensiv begleiten und Schulungen organisieren, die sich mit der richtigen Tieraufzucht befassen oder Verkaufstipps vermitteln. 

Chancen für Mädchen und Frauen 

70 Prozent der Kredite gehen an Frauen. „Stärken wir die Frauen, stärken wir die ganze Familie. Diese Erfahrung machen wir immer wieder“, unterstreicht Claudia Prantl.  Außerdem stünden Frauen und Mädchen auf der sozialen Skala ganz unten. Der Zugang zu Schulen und damit Bildung ist für Mädchen keine Selbstverständlichkeit in Ägypten. Außerdem seien Genitalverstümmelungen und frühzeitige Verheiratung nach wie vor gängige Praktiken. Die Caritas setzt neben weiteren Schritten in den Bereichen Bildung und Aufklärung auf die Mikrofinanzierung – als Hoffnungsträger einer besseren Zukunft für Ägyptens Mädchen und Frauen. 

Fotos (Caritas): Ziegen sichern Bildung – durch den Verkauf von Milch und Käse können Frauen in Ägypten ihren Kindern den Schulbesuch finanzieren. 

Claudia Prantl ist Leiterin der Auslandshilfe der Caritas Salzburg. Sie weiß: „Wenn wir Frauen unterstützen, stärken wir die ganze Familie.“

Hunger.  Weltweit leiden 815 Millionen Menschen an Hunger. In Afrika ist jedes dritte Kind unterernährt. Die Caritas sagt, „Hunger ist ein Problem, das wir lösen können.“ Das Ziel für den Sommer: 150.000 Kinder vor dem Hunger bewahren. Österreichweit und in Salzburg setzt die Caritas Zeichen und bittet um Spenden.

∗ Am 27. Juli  um 15.00 Uhr läuten österreichweit fünf Minuten lang die Kirchenglocken, um auf den Hunger in der Welt aufmerksam zu machen.

∗ In der Stadt Salzburg verteilt die Caritas Kressesamensäckchen. Die Kresse ist das Symbol für die wachsende Hoffnung und die Ernte der Dank für jede Spende.

∗Spenden: Raiffeisenverband Salzburg; IBAN AT11 3500 0000 0004 1533, BIC RVSAAT2S, Kennwort „Meine Spende gegen Hunger“; online-Spenden: www.caritas-salzburg.at

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