Fürs Leben rüsten

100 Jahre sind eine stolze Zahl und Grund genug zurückzublicken und zu feiern. Genau das tut das Elisabethinum in St. Johann. 1917 begann die Geschichte des Elisabethinums als „Koch- und Haushaltungsschule“.  Heute steht die katholische Privatschule als modernes Bildungszentrum im Pongau da, das jungen Menschen eine ganzheitliche Ausbildung bietet und sie bestmöglich auf das Leben vorbereitet.  

St. Johann/Pg.  Auf dem Gebiet des heutigen Österreich regierte Kaiser Karl I. und die Welt stand noch im Banne des Ersten Weltkrieges. Zu dieser Zeit, genau am 2. Oktober 1917, öffnete in St. Johann im Pongau die „Koch- und Haushaltungsschule Elisabethinum“ ihre Pforten. Für den Unterricht waren Räume im ehemaligen „Gasthof zur Krone“ angekauft und adaptiert worden. Die Schule selbst wechselte ihren Standort von Hallein in den Pongau. In einem Artikel der „Salzburger Chronik“ vom 3. Oktober 1917 heißt es, dass die Aufgabe der „Anstalt“ darin bestehe, „Mädchen jeden Alters Gelegenheit zu bieten, sich zur Führung eines geordneten Haushaltes auszubilden oder für dienende bessere Stellung geeignet zu machen“. 

Franziskanische Spiritualität

Seither sind 100 Jahre vergangen. Die pädagogischen Ausbildungsschwerpunkte haben sich gewandelt: Das Elisabethinum  entwickelte sich zu einer Schule mit einem vielseitigen fachpraktischen und theoretischen Profil. Die Führung und Leitung ging 2008 an den Verein für Bildung und Erziehung der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen; seit 2016 ist die Vereinigung von Ordensschulen Österreichs Schulträger. Geblieben ist das Wertefundament der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen und deren Gründerin Theresia Zechner. Darüber sowie die Entwicklung des Elisabethinums und die Anforderungen einer modernen Schule heute tauschten sich vor kurzem drei kompetente Gesprächspartnerinnen aus: Sr. Emanuela Resch, Generaloberin der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen und ehemalige Erzieherin und Religionspädagogin im Elisabethinum, Hofrätin Mag. Rosa Schreiner, Direktorin von 1980 bis 2009, und Mag.  Christina Röck, die seit 2009 die Schule leitet. 

Unter Direktorin Schreiner hat sich das Schulprofil grundlegend gewandelt: Während lange die Ausbildung in der einjährigen Fachschule dominierte, ging der Trend in den 1980er und 1990er Jahren immer mehr in Richtung fünfjährige HLW – Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe mit Matura. Rosa Schreiner beschreibt wie sie diese Veränderung in ihren Jahren als Leiterin gemeinsam mit ihrem Lehrerinnen- und Lehrerkollegium gestaltete. „Das neue Schulprofil fand auch in der Bevölkerung großen Anklang.“  

Sr. Emanuela kam bereits 1970 als Schülerin ins damals noch „alte“ Elisabethinum und sie war in mehreren Funktionen bis 2003 an der Schule tätig. Sie erinnerte sich vor allem an den Zusammenhalt, die Gemütlichkeit und die gemeinsamen Gespräche im Internat. Die Generaloberin betonte die Wichtigkeit eines gelebten Glaubens im Sinne einer franziskanischen Spiritualität für junge Menschen – „gerade in Zeiten massenmedialer Reizüberflutung“. Die aktuelle Direktorin Christina Röck griff diesen Gedanken von Sr. Emanuela auf und unterstrich die Chance von katholischen Privatschulen, jungen Menschen einen Anker und Halt zu bieten. Dem „Lebensraum Schule“ komme eine zentrale Funktion zu. „Ein großes Anliegen ist es, die Schülerinnen und Schüler im Sinne einer ganzheitlichen Ausbildung in ihrer Individualität, in ihrer Persönlichkeit zu fördern und sie dabei auch zu fordern und ihnen das berufspraktische Rüstzeug mit auf den Weg zu geben.“ Dieses Mehr, quasi als „Gütesiegel“ katholischer Privatschulen, definierte Röck so: „Mein Anspruch ist es auch, auf eine Pädagogik zu setzen, die den Schülerinnen und Schülern das Gefühl gibt, in der Schule aufgehoben zu sein und nicht nur für die Schule,  sondern für das Leben zu lernen.“

Grund zum Feiern und Danken 

Zum 100-Jahr-Jubiläum feiert das Elisabethinum: Am Freitag, 17. November, findet für interessierte Schülerinnen und Schüler sowie Eltern ein „Tag der offenen Tür“ statt. Am Sonntag, 19. November, feiert Erzbischof Franz Lackner um 9.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Johann mit der Schul- und Pfarrgemeinde einen Dankgottesdienst. Beim anchließenden Festakt im Kongresshaus präsentieren Schülerinnen eine multimediale und interaktive Ausstellung.       

Fotos (privat): 100 Jahre Elisabethinum – eine Klasse aus der Gründungszeit.

Gemeinsamer Blick in die Elisabethinums-Geschichte und Gegenwart: Sr. Emanuela Resch, Rosa Schreiner, Christina Röck, Wolfgang Wenger und Christian Muckenhumer (v. l.).

Tipp: Tag der offenen Tür „Fit für den Job – fit für das Leben“ am  Fr., 17.  Nov., von 11.00 bis 18.00 Uhr, Elisabethinum, Alte Bundesstr. 12, St. Johann; mit Tanzvorführungen, Minisprachkurs, Modenschau, Ausstellungen, kulinarische Reise vom Pongau aus durch Europa…

Festgottesdienst mit Erzbischof Franz Lackner, So., 19. Nov., 9.00 Uhr, Stadtpfarrkirche. Anschl. Festakt im Kongresshaus.

weitere Infos www.elisabethinum.ac.at