Ganz schön einsam

Schmerzlich nagt die Einsamkeit. Hagar erkennt Gott als „den, der nach mir schaut“. Gott allein kann den Durst nach Liebe stillen.

Welche Bilder tauchen in uns auf, wenn wir das Wort „Wüste“ hören? Vielleicht denken wir an eine unendlich weite Dünenlandschaft oder an unermesslich ausgedehnte Steinwüsten. Landschaften, in denen so gut wie niemand lebt, werden zum Gegenbild unserer dicht besiedelten Städte und des engen Gedränges der Menschen in Stadien, auf Plätzen, in der U-Bahn. Weil man in der Wüste nur wenige Menschen findet, wird sie zum Inbegriff der Einsamkeit.

Doch Einsamkeit begegnet uns nicht nur in den menschenleeren Gebieten der Sahara oder des Sinai, sondern ebenso im Herzen unserer Städte. Jeder Mensch kennt Stunden tiefster Einsamkeit. Und diese entsteht und wächst als Kehrseite unserer Einmaligkeit.

Einmaligkeit bringt Einsamkeit mit sich

Jeder Mensch ist ein Original und so einmalig wie sein Fingerabdruck. Wir sind keine Kopien und Klone, sondern originell und einzigartig. Jede Person wird von bestimmten Eigenschaften geprägt und durch ihre Geschichte geformt. Jeder und jede kennt aber auch eine Verletzungsgeschichte, die sich in einer ganz individuellen Empfindsamkeit niederschlägt. Daher sieht und erlebt jeder Mensch die Welt in einer ganz spezifischen Weise.

Diese wunderbare Einmaligkeit bringt die Einsamkeit mit sich. Denn es gibt zum Beispiel Eigenheiten, die nur mir eigentümlich sind und die auf andere fremd und befremdlich wirken.

 

Bildtext: Einsamkeit gibt es auch in den Herzen der Städte. Foto: Stockfoto/sonate

 

Den ganzen Text von Bruder Andreas Knapp und Impulse lesen Sie im aktuellen Rupertusblatt