Gastgeber und Brückenbauer

Die Sanierung und der Ausbau des Österreichischen Hospizes in Jerusalem sind gesichert. Nach der katholischen Kirche, privaten Spendern und den Bundesländern hat nun auch die Bundesregierung eine Förderzusage gegeben.

Wien/Jerusalem. Zur Finanzierung der Baukosten hat das Österreichische Hospiz selber 800.000 Euro aufgebracht, 1,35 Millionen Euro steuern die Diözesen der katholischen Kirche in Österreich bei. Von den Bundesländern gibt es eine Förderzusage in Höhe von insgesamt 675.000 Euro, dieselbe Summe wurde nun von der Bundesregierung bestätigt.  „Das Hospiz Jerusalem ist seit mehr als 50 Jahren ein wichtiger Botschafter unseres Landes im Nahen Osten.“ Das Hospiz sei „Gastgeber und Brückenbauer zugleich“ sowie das „Aushängeschild des christlichen Österreich im Heiligen Land“, erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Kardinal Christoph Schönborn, als Erzbischof von Wien traditionell der Protektor des Hospizes, bedankte sich: Damit wird ein Stück Österreich im Heiligen Land gesichert, das auch für die Beziehungen zwischen Juden, Muslimen und Christen großen Wert hat.“

Ältestes Pilgerhaus im Hl. Land 

Das Österreichische Hospiz ist das älteste nationale Pilgerhaus im Heiligen Land und liegt an der Via Dolorosa. Das Grundstück wurde 1855 nach einem Besuch von Erzherzog Ferdinand Maximilian – später Kaiser Maximilian von Mexiko – erworben. Acht Jahre später konnte der Neubau eingeweiht werden. In der Folge wurde das Hospiz dem Erzbischof von Wien unterstellt. 

Im Ersten Weltkrieg konfiszierten die Briten nach der Einnahme von Jerusalem das Gebäude. Es wurde in ein Waisenhaus umgewidmet, aber im Sommer 1919 zurückgegeben. 1939 beschlagnahmten die Briten das Haus als „deutsches Eigentum“, 1948 wurde das Hospiz von den Jordaniern als Lazarett und Krankenhaus für die arabische Bevölkerung eingerichtet. Israel übergab 1985 das Haus wieder seinen österreichischen kirchlichen Eigentümern. Pro Jahr kann das Hospiz rund 80.000 Gäste begrüßen. Darüber hinaus finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt. Das Hospiz mit jüdischen Nachbarn im muslimischen Teil der Altstadt von Jerusalem spielt damit eine wichtige Rolle bei der friedlichen Begegnung der Religionen. 

Foto (Paul Wuthe/kap): „Ein Stück Österreich im Heiligen Land gesichert“ – bis Herbst soll die Sanierung des Österreichischen Hospizes in Jerusalem fertig sein