„Geht um religiöse Weite, nicht um Enge“

Das  „K“ im  Namen mache es aus, bringt es  Günter Minimayr auf den Punkt. Der Oberstudienrat ist Leiter des KPH-Instituts für Religionspädagogische Bildung in Salzburg und spricht vom  „K“ in der KPH – Edith Stein. „Es steht für Kirche, also Kirchliche Pädagogische Hochschule.“ Minimayr ist überzeugt, dass es wichtig ist, dass die Kirche in der Lehrerausbildung „mitmischt“ und als Träger Verantwortung übernimmt. Gerade sei viel in Bewegung. Den klassischen Religionslehrberuf in der Volksschule gibt es nicht mehr. Mann oder Frau ist Lehrer/Lehrerin mit Schwerpunkt Religion. 

Salzburg. „Neu“, das ist das Wort, das Günter Minimayr und seinem Fachbereichsleiter Prof. Werner Pernjak häufig über die Lippen kommt, wenn sie über den Stand der Religionslehrerausbildung sprechen. Der österreichweite Entwicklungsprozess „PädagogInnenbildung neu“ regelte vor zwei Jahren auch den Weg zum Religionslehrer/zur Religionslehrerin, der heute so ausschaut: ­Religion für die Volksschule studiert man nicht mehr als eigenständiges Lehramt, sondern als Schwerpunkt in der allgemeinen Ausbildung an der PH Salzburg. Somit sind alle ReligionslehrerInnen künftig gelernte VolksschullehrerInnen. Der Schwerpunkt im mindestens achtsemestrigen Studium fängt im fünften an. Ab dann gehen die jungen Leute auch am KPH-Standort in der Salzburger Gaisbergstraße ein und aus. Die späteren Berufsaussichten seien gut. „Der Bedarf an Pädagoginnen und Pädagogen, die Religion unterrichten ist da.“  

Für die Sekundarstufe gilt: Wer an der Universität Salzburg das Studienfach Katholische Religion mit Spezialisierung Schule und Religion studiert kann bei den  6- bis 10-Jährigen  sowie bei den 10- bis 19-Jährigen Religion unterrichten. „Unsere Aufgabe ist es, bei der Ausbildung für die Sekundarstufe Lehrveranstaltungen an der Universität einzuspeisen“, so Minimayr und Pernjak, die abschließend betonen: „Bei allen Veränderungen ist eines gleich geblieben: Das Bemühen um die bestmögliche Qualität für die Studierenden.“ Das fordere ein ständiges Hinterfragen: „Wie kann der Religionsunterricht der Zukunft ausschauen? Wie können wir religiöse Bildung an Schulen verankern? Fest steht: Dabei geht es um religiöse Weite und nicht um Enge.“

Drehscheibe für Aus- und Fortbildung

Doch nicht „nur“ für die Ausbildung ist die KPH – Edith Stein zuständig. Gerade in Sachen Fort- und Weiterbildung zeigt die Hochschule Profil. Sei es bei ethischen, sozialen und interreligiösen Fragen oder in Sachen Supervision. Aber auch digitale Medien erfordern neue Kompetenzen – das ist der Bereich von Prof. Johannes Maurek. Er leitet am Standort Salzburg das Institut für Fernstudien und didaktische Entwicklung.

Infos rund um die LehrerInnen-Ausbildung unter www.lehrerin-werden.at/www.lehrer-werden.at und weiteres zur KPH – Edith Stein unter www.kph-es.at

Bild (KPH): Am Standort Salzburg der KPH – Edith Stein werden weiterhin Religionslehrerinnen und -lehrer ausgebildet – auch wenn der Weg nach der „PädagogInnenbildung neu“ nun anders und länger ist. Im Bild sind noch Studierende des  „alten Schemas“ während ihrer November-Studienwoche in Salzburg.

Lehrer-Bildung an vier Standorten

Vor zehn Jahren wurde die KPH – Edith Stein aus der Taufe gehoben: aus der Pädagogischen Akademie der Diözese Innsbruck, den Religionspädagogischen Akademien und Religionspädagogischen Instituten der Diözesen Feldkirch, Innsbruck und Salzburg. Seither bietet die Private Kirchliche Pädagogische Hochschule Aus-, Fort- und Weiterbildung für LehrerInnen, ReligionslehrerInnen und Angehörige anderer pädagogischer und sozialer Berufe an. Standorte sind Feldkirch, Innsbruck, Stams und Salzburg. Bei einem Festakt in Stams zum Zehn-Jahr-Jubiläum betonte der Linzer Bischof Manfred Scheuer mit Verweis auf die Namenspatronin, Bildung sei mehr als Wissensvermittlung. „Edith Stein sieht religiöse Erziehung als Vermittlung von Lebenssinn an“, so Scheuer. Es gehe daher darum „Wachstum zu ermöglichen“, sowie „jungen Menschen die Chance zu eröffnen, durch Bildung eine gestaltbare Zukunft vor sich zu haben“. Um dieses Ziel zu erreichen, brauche es „ein ganzheitliches, nicht allein an intellektueller Leistung oder wirtschaftlicher Verwertbarkeit orientiertes Verständnis von Bildung“.

Im elften Jahr ihres Bestehens be-kam die KPH auch eine neue Leitung: Peter Trojer folgte auf Regina Brandl. 

Fotos (KPH): 

Dank aus der Erzdiözese durch den Direktor des Katechetischen Amtes, KR Josef Rupprechter (l.) und Finanzkammerdirektor KR Josef Lidicky (r.) an die langjährige Rektorin Regina Brandl und Vizerektor Günther Bader.

Neues Leitungstrio: Rektor Peter Trojer (r.), die neue Vizerektorin Maria Kalcsics und Vizerektor Elmar Fiechter-Alber.