Gelassenheit und Gottvertrauen

Priesterweihe. Zu Gelassenheit und Gottvertrauen jenseits von Kirchenmacht und Problemstellungen hat der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler bei der Weihe zweier Neupriester – der Salzburger P. Dominikus Kraschl und der Innsbrucker Fritz Kerschbaumer – aufgefordert. 

Innsbruck. Glettler rief bei der Feier vergangenen Sonntag im Innsbrucker Jakobsdom zu einer Haltung auf, wie Jesus sie im Gleichnis vom verborgenen Wachsen der Saat (Mk 4,26–34) geschildert habe. Auch Priester sollten „mit einem wachen Herzen warten, bis die Saat aufgeht“. Glettler: „Wir sind nicht die Macher einer besseren Welt. Wir sind nur die Zeugen, dass das Reich Gottes wächst, oft im Verborgenen, leicht zu übersehen, immer im Kleinen beginnend. Wie ein Senfkorn.“

Die Weihe von Priestern, die ihr Leben ohne Absicherungen und 100-prozentige Garantien in den Dienst Jesu und damit in den Dienst der Menschen stellen, ist nach den Worten Glettlers „ein Fest gegen die Angst“. Christen sollten sich von den vielfältigen Ängsten unserer Zeit nicht lähmen lassen. „Oftmals geht uns mit Recht die Geduld aus“, räumte Glettler mit dem Hinweis auf Unrechtssituationen und Konfliktherde in aller Welt und auch hierzulande ein. Es stünden Reformen an, „die in und außerhalb der Kirche nicht schnell genug gehen“. Und es brauche tatsächlich „auf allen Ebenen dringende Lösungsvorschläge und einen enormen Einsatz, diese auch umzusetzen“. Zugleich rufe das Evangelium dazu auf, „Gott zuerst wirken zu lassen“.

Der aus Bergheim stammende P. Dominikus Kraschl, 34 Jahre alt, lebt im Franziskanerkloster Innsbruck, dem Orden gehört er seit 15 Jahren an. Bewegt von Fragen im Grenzbereich von Theologie und Philosophie studierte Kraschl nach dem Noviziat in Tirol in Salzburg und verfasste eine theologische Dissertation. Eine weitere Doktorarbeit in Philosophie folgte während seiner Tätigkeit als Religionslehrer am Franziskanergymnasium Hall, seit gut einem Jahr arbeitet er an einer Habilitation im Bereich Religionsphilosophie/Fundamentaltheologie. Ein weiteres Engagement in der akademischen Wissenschaft ist für den Ordensmann eine Option. 

Der gebürtige Innsbrucker Fritz Kerschbaumer, ebenfalls 34 Jahre, trat 2014 in das Innsbrucker Priesterseminar ein. Seit November 2017 ist er im Seelsorgeraum Jenbach–Wiesing–Münster Diakon. Ab September wird er als Kooperator in den Seelsorgeraum Reutte wechseln. kap

 

Bildtext: Der Salzburger Dominikus Kraschl (r.), Fritz Kerschbaumer und Bischof Hermann Glettler nach der Priesterweihe. Foto: Diözese Innsbruck/Hölbling

Am 17. Juni 2018 wurden Mag. Fritz Kerschbaumer und DDr. Dominikus Kraschl von Bischof Hermann Glettler zu Priestern geweiht.