Gemeinsam Verantwortung tragen

Seit 50 Jahren arbeiten Ehrenamtliche und Seelsorger im Pfarrgemeinderat zusammen. 


Knapp 2500 Pfarrgemeinderäte stellen in der Erzdiözese Salzburg ihre Zeit und ihre Kompetenzen für ihre Pfarren zur Verfügung.
Das Gremium setzt sich aus amtlichen, berufenen und gewählten Mitgliedern zusammen.

Die strukturellen Voraussetzungen für die gemeinsame Leitung und die gemeinsame Verantwortung für unsere Pfarrgemeinden wurden im 2. Vatikanischen Konzil neu formuliert. Hier wurde die Beteiligung aller Getauften – Laien und Kleriker – am Wirken der Kirche in das Blickfeld gerückt.

1968 Einrichtung der Pfarrgemeinderäte*innen

Dieses Denken ermöglichte 1968 die Einrichtung der Pfarrgemeinderäte und ihre Verankerung im Statut der Pfarrgemeindeordnung. Der emeritierte Weihbischof Jakob Mayr (1924 –2010) sagte, bei der Einführung in das Statut der Pfarrgemeindeordnung: „… Sie will … die Verwirklichung des Kollegialitätsprinzips in der Pfarre. Das soll bedeuten, dass die Führung auf eine breitere Basis gestellt wird, dass aber auch die Mitarbeit auf eine möglichst breite Basis gestellt werden soll! Weg vom Einmannbetrieb, heißt das Schlagwort! ... Jakob Mayr betont das Miteinander von Laien und Priestern und nicht, dass sie „einander gegenüberstehen“. Das Kollegialitätsprinzip in der Pfarre bedeutet, dass nicht ein einzelner die Linie, die Inhalte bestimmt, sondern ein Gremium von gleichberechtigten Partnern.

Als pfarrliche Pastoralräte und Vereinigungen des Laienapostolats (u. a. Katholische Frauenbewegung, Katholische Männerbewegung Katholische Jugend) leisten Pfarrgemeinderäte unverzichtbare Arbeit in den Pfarren.

Glaubensräume öffnen
Den Menschen dort erleben, wo sie leben, arbeiten und auch einmal Zeit haben zum Reden. Pfarrgemeinderäte ermöglichen durch ihre vielfältige Vernetzung in ihren Orten den Dialog.

Nachfolge leben
Pfarrgemeinderäte sind die Schnittstelle zwischen dem Hören des Wortes Gottes und dem Tun des Wortes Gottes. Als Pastoralrat für ihre Gemeinde gestalten sie aktiv Kirche vor Ort mit und leisten viel Übersetzungsarbeit von der Tradition in das aktuelle Leben der Menschen heute.

Orte der Nähe
Angesichts der steigenden Flexibilisierung der Arbeitsplätze, der Arbeitszeiten, der Beziehungen oder der Freizeitgestaltung braucht es Ankerpunkte für die Menschen in den Gemeinden.

Koordination gefragt
Pfarrgemeinderäte sind die vernetzende Drehscheibe. Idealerweise laufen hier die Fäden zusammen und gehen von hier die Impulse aus.
Leitung wahrnehmen
Der Pfarrgemeinderat hat statutarisch gemeinsam mit dem Pfarrer die Mitverantwortung für die Leitung der Pfarre.

 

Autorin: Klaudia Achleitner. Gekürzte Fassung: Hans-Peter Hollaus 

Verschiedene Plakate der PGR Wahlen